Sonntag, 27. Juli 2014

Tag der Freundschaft Blind Date

Salût allen Bibliophilen 

(Auslosung beendet- Gewinner stehen ganz unten)

 Eure Lesekatzen starten heute eine Aktion, bei der vier Bücher verlost werden. 
Der Clue daran: Ihr postet für eines der Bilder welches ihr jemand ANDEREM schenken wollen würdet! 

Ihr wisst vorher aber nicht um welches Buch es geht, es ist ja ein Blind Date! Aber wie ihr euch vielleicht denken könnt, geht es in den zu verlosenden Büchern vor allem um die Freundschaft. 
Wenn euch also jemand einfällt, egal ob die Schwester, der Papa, die Freundin, die grad im Prüfungsstreß ist oder der Freund, der grad mit nem verknaxten Fuß zu Hause sitzen muss zum auskurieren- wenn ihr glaubt, dass eines der Geheimnisse hier was für sie wäre, dann sagt es und wenn ihr ausgelost werdet, erhält euer Freund, eure Freundin das Buch! 

Was ihr dafür tun müsst? 

Schreibt uns unter das Bild den Kommentar (mit der Verlinkung des entsprechenden Freundes) für Wen wollt ihr das Buch und warum möchtet ihr dieser Person eine Freude machen? 

Teilnahmebedingungen
- Teilnehmen darf jeder, der 18 oder älter ist.
- Der Versand der Gewinne erfolgt weltweit.
- Die Auslosung findet mittels Zufallsgenerator statt.
- Die Gewinner werden hier in einem gesonderten Beitrag bekanntgegeben.
- Die Gewinner müssen sich selbstständig innerhalb einer Woche melden, andernfalls wird erneut ausgelost.
- Gewinne, die auf dem Postweg verloren gehen, können nicht ersetzt werden. Außerdem ist keine Auszahlung oder Umtausch der Gewinne möglich.
 
- Sämtliche Adresse werden nach dem Versand gelöscht.
Ab wann dürft ihr mitmachen?: Ab heute 27. Juli 2014

Wann werden die Bücher ausgelost?: Am Tag der Freundschaft: 30. Juli 2014

Wir haben das hier mal exemplarisch vorbereitet: 
Nika: "Das Buch im braunen Packpapier mit den Worten: "Herzschmerz pur", "tropische Hitze" und "gefährliche Abenteuer" möchte ich der Key schenken, weil sie schon anfängt Bücher in Backpapier einzuwickeln und sie in den Backofen zu legen. Hier herrscht akuter Hilfsbedarf!" 
Die Key sieht jetzt, dass die Nika sie markiert hat und schreibt: "Das Buch mit den Worten: "Netze", "Juwelen" und "Hexen" möchte ich gern der Valerie schenken, weil der Valli doch beim Hochwasser das InterNET ausgefallen ist und sie hat bestimmt Verwendung für ein trockenes Buch ohne Wasserschaden." 
Und so weiter.

Es gelten alle eure Beiträge auf unserer Facebookseite und hier als Kommentare im Blog.


Und hier sind eure Blind Dates!

Blind Date Eins
#Liebe
#Briefe
#Schottland
#Familiengeheimnis







Blind Date Zwei
#flotte Kämpfe
#freche Sprüche
#felsenfeste Loyalität







Blind Date Drei
#magisch
#bissig
#romantisch








Blind Date Vier
#rein in jeden Fettnapf
#mit derbem Humor
#und unverblümter Sprache








 

 
  Die Gewinner:

Blind Date 1 geht an die Mama von Maria Stamm
Blind Date 2 flattert zu Tanja Meurer (dein Freund ist: Juliane Seidel)
Blind Date 3 wird zu Zita Mahlmeister gehen (dein Freund ist: Teja Ciolczyk)
Blind Date 4 kommt zu Hali Bra (dein Freund ist: Juliane Schiesel)

[INTERVIEW]: Gerde Foster über Sören Prescher



Heute verlieren wir gar keine großen Worte, der Autor stellt sich und seine Figur schon selbst so gut vor, dass wir nur noch sagen: Herzlich willkommen Gerde Forster!

Gerde Forster ist eine selbstbewusste, junge Frau von Ende zwanzig bis Anfang dreißig (das ist eine Vermutung von mir als Autor, sie selbst habe ich nicht gefragt; so was fragt man eine Dame schließlich auch nicht), die im Jahr 1890 dem bärbeißigen Ingenieur Nigel Harris und dem etwas ungeschickten Constable Charlie Grant beim Bau eines geheimnisvollen Fluggeräts zur Hand geht. Nachzulesen ist dies in meinem Steampunk-Roman Der Flug der Archimedes, der im Frühjahr 2014 im Fabylon Verlag erschienen ist.
Das Konzept, im Interview nicht den Autor, sondern einen seiner Charaktere zu Wort kommen zu lassen, halte ich für ebenso ungewöhnlich wie interessant. Die Idee hat mir von Anfang an gefallen, sodass ich gar nicht anders konnte, als Gerde grünes Licht dafür zu geben. Ich hoffe nur, sie plaudert nicht zu viel aus dem Nähkästchen.

Wir bitten darum, nicht zu filmen oder zu fotografieren und alle Handys auszuschalten. Diese Wunder der modernen Technik könnten unseren heutigen Gast aus der Fassung bringen, und das wollen wir ja nicht. Also, Gerde Forster, dürfen wir dir eine Tasse Tee anbieten, bevor wir mit den Fragen beginnen?

Ja, bitte. Ein Tässchen Earl Grey wäre toll.

1. Stell uns Sören Prescher doch erst einmal kurz vor.

Sören ist Mitte dreißig, wohnt mit seiner Familie in Nürnberg und scheint ständig auf der Suche nach neuen Geschichten zu sein. Egal, ob Krimi oder Horror, irgendeine Story hat er immer im Kopf. Ansonsten ist er ein großer Familienmensch und geniest es, Zeit mit seiner Frau und seinen Kindern zu verbringen. Wie er da immer noch Momente zum Schreiben findet, überrascht mich immer wieder.

2. Was denkst du über Sören Prescher, wie findest du ihn? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihm findest, wofür du ihn beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?

Sören ist auf jeden Fall ein netter Kerl. Selbst wenn er in Eile ist, nimmt er sich stets Zeit für einen kleinen Plausch mit Charlie, Nigel oder mir. Meist diskutieren wir dann über neue Erfindungen und was für Sachen überhaupt möglich sind. Ein großer Techniker ist er zwar nicht, aber, ich glaube, wenn er könnte, wie er wollte, wäre er auch gern Erfinder. So wie Charlie – aber das ist ein anderes Thema.
Wofür ich ihn beneide, ist sein Talent, alles unter einen Hut zu bringen. Egal wie viele offene Baustellen es gibt, die meiste Zeit über macht er einen recht ausgeglichenen Eindruck. Selbst während unserer nervenaufreibenden Arbeit an der Archimedes hatte ich nie das Gefühl, dass er deswegen schlaflose Nächte hätte. Charlie, Nigel und ich andererseits hingen öfters mal in den Seilen.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr/ihm, was tut sie/er, wenn sie/er nicht schreibt?

In den wenigen Gelegenheiten, die sich nicht um seine Familie oder das Schreiben kümmern, ist er ein leidenschaftlicher Film- und Musikfan. Ständig dudelt irgendwo was. Und er könnte stundenlang davon reden. Meist genügt ein kleines Stichwort und sofort fallen ihm zig Anekdoten dazu ein, die er irgendwo darüber gelesen oder gehört hat.

4. Hat er ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?

Es gibt eine Menge Künstler, die er bewundert. Unter den Schriftsellern sind das unter anderem Stephen King, Raymond Chandler, H.P. Lovecraft, Mark Twain, Andreas Eschbach und Sir Arthur Conan Doyle. Die Liste bei den Musikern ist fast genauso lang: Bruce Springsteen, R.E.M., Muse, The Beatles, Bob Dylan und viele mehr. Er schafft es sogar, sich von einem Lied oder einer Melodie zu einer Geschichte inspirieren zu lassen.

5. Gibt es besondere Gepflogenheiten, die Sören Prescher beim Schreiben an den Tag legt? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?

Er hat keine festen Gepflogenheiten, soweit ich weiß. Meist hat er ein paar Nüsse oder Gummibärchen als Nervennahrung in der Nähe. Was die Musik betrifft: Er erzählte mir mal, dass er früher während des Schreibens ausschließlich Instrumentalmusik hörte. In der Regel war das Filmmusik, sogenannte Scores, falls dir dieser neumodische Begriff was sagt. Mittlerweile darf aber auch gesungen werden. Mal ist es furchtbar laute Rockmusik, dann wieder sind es ruhige Singer/Songwriter-Sachen. Alles, solang es nicht deutsch ist. Das bringt ihn dann doch zu sehr aus dem Konzept. Deshalb schreibt er in der Regel auch allein in seinem Arbeitszimmer. Wenn sich Leute unterhalten, kann er sich nicht konzentrieren, sagt er.

6. Wie hast du ihn kennengelernt?

Über Charlie und Nigel natürlich. Ich bin ja erst später zum Team gestoßen, als sämtliche Arbeiten bereits im vollen Gange waren. Charlie erwähnte auch mal, dass er Sören schon von früheren Gelegenheiten kennt. Zwar glaube ich nicht, dass sie mal zusammen die Schulbank gedrückt haben, aber irgendwelche früheren Abenteuer muss es gegeben haben. Irgendwann quetsch ich Charlie deswegen mal aus.

7. Weißt du, ob es bei ihm immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?

Ich glaube, Sören ist mit vielen Charakteren seiner Geschichten gut befreundet. Deshalb haben seine Figuren auch öfters mal Gastauftritte in anderen Storys. Charlie zum Beispiel ist auch am Anfang in Sherlock Holmes taucht ab mit von der Partie.

8. Einmal ganz direkt gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Sören Prescher so besonders?

Ich glaube, Charlie und Nigel hatten einfach keine Lust auf das Interview und haben mich deswegen vorgeschickt. Nein, die beiden fachsimpeln lieber, auf ihre ganz eigene Art und Weise. Wie bei Hund und Katze ist das manchmal. Natürlich würden sie es nie zugeben, sondern haben so argumentiert, dass mein Vater ein gebürtiger Dresdener ist und meine zwei Freunde nicht so gut deutsch können. Was mich für Sören so besonders macht, ist eine gute Frage. Die solltest du besser ihm stellen. Ich kann nur Vermutungen anstellen. Vielleicht weil ich sehr selbstbewusst und zielstrebig bin, als eine der ersten Frauen überhaupt am Somerville College studiert habe und mir von keinem Mannsbild so einfach was sagen lasse. Wer der Meinung ist, Frauen gehören an den Herd, ist bei mir genau richtig. Dem würde ich was erzählen, dass ihm danach die Ohren klingeln.

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Sören Prescher bereit? Wie sieht der momentane Stand seiner Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?

Sören arbeitet immer an etlichen Projekten gleichzeitig, die sich in ganz unterschiedlichen Stadien des Fortschritts befinden. Vor kurzem erschien mit Wer mordet schon zwischen Alb und Donau? eine Kurzkrimi-Sammlung im Gmeiner Verlag, die er zusammen mit Silke Porath geschrieben hat. Momentan arbeiten die zwei an einer Art Fortsetzung, die nächstes Jahr erscheinen soll und in der Lausitz spielt. Ansonsten dürften in den kommenden Monaten noch einige Anthologien mit Kurzgeschichten von ihm erscheinen. Eine sogar über eine gruselige Knochenkirche in Böhmen. Dann hat er mir neulich noch verraten, dass um den Jahreswechsel herum ein – Achtung, jetzt kommt’s – Liebesroman namens Momentaufnahme von ihm erscheint. Außerdem erzählte er mir ganz stolz, dass im Frühjahr 2015 der Gmeiner Verlag sein ersten Krimiroman Verhängnis als eBook veröffentlicht – dabei weiß ich noch nicht mal, was ein ieBuck ist. Kannst du mir das vielleicht erklären?

10. Ein herzliches Dankeschön an Gerde Forster für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich dem Autor selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Gerde gesagt wurde.

Zu korrigieren habe ich nichts. Gerde ist eine äußerst liebeswerte Person, mit der ich gern meine Zeit verbringe. Es würde mich freuen, sie zusammen mit Constable Charlie Grant und Ingenieur Nigel Harris auf ein weiteres Abenteuer zu schicken. Mal schauen, was die Kristallkugel dazu sagt.


Wenn ihr mehr über den Autoren erfahren wollt, werft doch einen Blick auf seine Homepage oder stattet seiner Facebookseite einen Besuch ab.

 



Sören Prescher - Der Flug der Archimedes
200 Seiten
Broschiert: 14,90 €
ISBN: 978-3927071728
eBook: 3,99 €

Klappentext:
Auf dem Grund des Meeres findet Ingenieur Harris ein sechzig Jahre altes Buch, das erschreckend viele Details seines eigenen Lebens enthält. Als dann der Tod seiner Tochter vorhergesagt wird, reist er unverzüglich nach London, kann das Schlimmste jedoch nicht verhindern. Gemeinsam mit dem Streifenpolizisten Charlie Grant versucht er, mehr über das Werk und seinen Verfasser herauszufinden. So erfahren sie von einem weiteren Buch, in dem bestimmte Ereignisse vorausgesagt wurden. Unter anderem eine Katastrophe mit einem Luftschiff im Herzen Londons, die in wenigen Monaten stattfinden soll. Ingenieur Harris versucht, dem Schicksal zu trotzen und eine Flugmaschine zu bauen die das Unglück verhindert.

Donnerstag, 24. Juli 2014

[REZENSION] Distelmond von Annika Dick (by Nana)

http://wordart.arunya-verlag.de/index.php/distelmond
Distelmond - Annika Dick
Arunya Verlag, 2014
429 Seiten
Preis: 5,99
ASIN: B00LN6OVRI

Klappentext:
Das Massaker von Glencoe bescherte der Familie MacDonald traurige Berühmtheit. Das Überleben derjenigen, die den Soldaten entkamen gleicht einem Wunder. Oder einem Fluch. In den Männern der MacDonalds of Glencoe brach in der Zeit der Entbehrung etwas aus, dessen Geheimnis ihre Nachkommen auch Jahrhunderte später noch hüten: Sie verwandelten sich bei Vollmond in Wölfe.

1853 zieht die junge Deutsche Charlotte mit ihrer Mutter nach deren Wiederverheiratung nach Edinburgh. Dort verliebt sie sich in Andrew, den besten Freund ihres Stiefbruders, der ihre Gefühle auch erwidert. Doch seine Mutter ist der Ansicht, dass eine Außenstehende nie den Wolf in ihm akzeptieren wird. Andrew denkt anders darüber und ist davon überzeugt, dass Charlotte seine Besonderheit verstehen wird. Aber sein mordlustiger und rachsüchtiger Vetter sowie der feindselige Robert Campbell zeigen ihm deutlich, wie gefährlich das Leben für seine Familie und Freunde ist. Als er sich aber von Charlotte fern halten will, wird es für sie nur noch gefährlicher.

Dienstag, 22. Juli 2014

[REZENSION] Die Insel der besonderen Kinder - Ransom Riggs (by Valli)


http://www.droemer-knaur.de/buecher/Die+Insel+der+besonderen+Kinder.7771048.html

Die Insel der besonderen Kinder, Ransom Riggs
Knaur TB, 2013
416 Seiten
Taschenbuch: 9,99 €
E- book: 9,99 €
ISBN: 978-3 - 426 - 51057 - 5


Inhalt:
 
Manche Großeltern lesen ihren Enkeln Märchen vor. Was Jacob von seinem Opa hörte, war etwas ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der abenteuerlustige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben, und von Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind … Erst Jahre später, als sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt, erinnert Jacob sich wieder an die Schauergeschichten und entdeckt Hinweise darauf, dass es die Insel wirklich gibt. Er macht sich auf die Suche nach ihr und findet sich in einer Welt wieder, in der die Zeit stillsteht und er die ungewöhnlichsten Freundschaften schließt, die man sich vorstellen kann. Doch auch die Ungeheuer sind höchst real – und sie sind ihm gefolgt …

Sonntag, 20. Juli 2014

[REZENSION] Distelmond - Annika Dick (by Key)

Distelmond Annika Dick
Arunya, 2014
381 Seiten
Preis:  5,99 Ebook 
ASIN: B00LN6OVRI

Klappentext:
Das Massaker von Glencoe bescherte der Familie MacDonald traurige Berühmtheit. Das Überleben derjenigen, die den Soldaten entkamen gleicht einem Wunder. Oder einem Fluch. In den Männern der MacDonalds of Glencoe brach in der Zeit der Entbehrung etwas aus, dessen Geheimnis ihre Nachkommen auch Jahrhunderte später noch hüten: Sie verwandelten sich bei Vollmond in Wölfe.
1853 zieht die junge Deutsche Charlotte mit ihrer Mutter nach deren Wiederverheiratung nach Edinburgh. Dort verliebt sie sich in Andrew, den besten Freund ihres Stiefbruders, der ihre Gefühle auch erwidert. Doch seine Mutter ist der Ansicht, dass eine Außenstehende nie den Wolf in ihm akzeptieren wird. Andrew denkt anders darüber und ist davon überzeugt, dass Charlotte seine Besonderheit verstehen wird. Aber sein mordlustiger und rachsüchtiger Vetter sowie der feindselige Robert Campbell zeigen ihm deutlich, wie gefährlich das Leben für seine Familie und Freunde ist. Als er sich aber von Charlotte fern halten will, wird es für sie nur noch gefährlicher.

[INTERVIEW] Barclay MacIain über Annika Dick


Barclay MacIain von den MacDonalds of Glencoe spielt eine nicht unwichtige Rolle in meinem Debütroman „Distelmond“. Barclay ist ein stolzer junger Mann, der einige Probleme damit hat, dass sein Vetter Andrew der Chief des Clan der MacDonald of Glencoe ist und nicht er. Ein noch größeres Problem hat er jedoch mit den Campbells, deren Land an das seiner Familie grenzt.

Wir bitten darum, nicht zu filmen oder zu fotografieren und alle Handys auszuschalten. Diese Wunder der modernen Technik könnten unseren heutigen Gast aus der Fassung bringen, und das wollen wir ja nicht. Also Barclay, dürfen wir dir eine Tasse Tee anbieten, bevor wir mit den Fragen beginnen?

Tee? Ich verzichte. Habt ihr nichts Richtiges zu trinken hier? Whisky? Nein? Na gut. *Legt die Beine auf den Tisch vor ihm und kreuzt sie über den Knöcheln.* Also, was wollt ihr wissen?

1. Stell uns Annika Dick doch erst einmal kurz vor.

Sie treibt sich auffällig oft hier in unserer Gegend herum, trägt dabei für eine Frau aber sehr merkwürdige Kleidung. Oder will sie sich mit ihren Hosen über unsere Kilts lustig machen? Sie hat die Geschichte unserer Familie aufgeschrieben – oder eher, Andrews Geschichte. Denn Andrew muss ja immer im Mittelpunkt stehen.

2. Was denkst du über Annika, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr/ihm findest, wofür du sie/ihn beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?

Ich glaub, sie kann diesen Versager namens Robert Campbell genauso wenig leiden, wie ich. Dafür hat sie eine unnatürliche Vorliebe für Andrew, diesen Jammerlappen. Und ich glaube, sie steckt mit Cail unter einer Decke, wenn der versucht, mich davon abzuhalten, den Campbells zu schaden.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?

Die wenige Zeit, die sie nicht mit Schreiben verbringt, versucht sie ausgerechnet mit Lesen zu füllen. Frag mich bloß nicht, wie man so viel Zeit mit Büchern verbringen kann, wo es so viel Besseres zu tun gibt. Außerdem hat sie kürzlich ihre Liebe für Pfeil und Bogen entdeckt. Vielleicht ist ja doch noch nicht alle Hoffnung bei ihr verloren.

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?

Mich? Ich sage, was ich denke, egal wen ich damit anpisse. Bin unwiderstehlich und ein Siegertyp.

5. Gibt es besondere Gepflogenheiten, die Annika beim Schreiben an den Tag legt? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?

Also, als sie unsere Familiengeschichte aufschrieb, hat sie dabei ganz gute schottische Musik gehört. Und Schokolade gegessen. Davon steht auch heute immer was auf ihrem Schreibtisch rum, auch wenn sich ihr Musikgeschmack bei manch anderen Romanen sehr verschlechtert hat.

6. Wie hast du sie kennengelernt?

Andrew hat sie angeschleppt. Am Anfang wollte ich sie nur schnell wieder loswerden, aber ich muss zugeben, am Ende hat sie mich überrascht – oder ich sie.

7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?

Das ist wohl jedes Mal anders. Manche Figuren tauchen von allein bei ihr auf, andere muss sie suchen gehen.

8. Einmal ganz direkt gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Annika so besonders?

Ich glaube, sie mag mich, auch wenn sie es nicht zugeben will. Und hey, wer kann es ihr verübeln, eigentlich hätte das meine Geschichte werden sollen! Immerhin gebe ich mir die Mühe, diese Jahrhunderte alte Fehde ein für alle Mal zu beenden. Glaubt mir, ich bin viel wichtiger als Andrew oder sonst jemand in diesem Roman.

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Annika bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?

Sie hat solche Zettel hinter sich an der Wand hängen, auf denen Buchtitel und Abgabetermine stehen. Nicht gerade wenig. Mir wäre das ja zu viel Stress, aber sie behauptet, ihr gefalle das. Frauen … muss man wohl nicht verstehen.
Für nächsten Monat hat sie im Kalender den 7. markiert. Da kommen wohl zwei neue Bücher von ihr heraus. *schnaubt verächtlich* Eines über Vampire und eines über Dämonen. Als ob es irgendwas davon wirklich gäbe.

10. Ein herzliches Dankeschön an Barclay für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin/dem Autor selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Barclay gesagt wurde.

Zuerst einmal: Ich gebe durchaus zu, dass ich Barclay mag. Auf gewisse Weise ist er mir tatsächlich ans Herz gewachsen, auch wenn ich ihm widersprechen muss: Er ist nicht die Hauptfigur des Romans, so gern er das auch sein würde. Aber ja, er hat mich am Ende überrascht und genau für diese Überraschung mochte ich ihn. Aber ein Vorbild ist er wirklich nicht für mich.

Und er sollte mal nicht so über Vampire und Dämonen herziehen, als Werwolf steht er nicht wirklich besser da. ;)

Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, kann sie auf ihrer Homepage oder bei Facebook besuchen, wo es auch eine Seite zum Roman gibt.



Annika Dick - Distelmond
Arunya-Verlag, 2014
429 Seiten
eBook 5,99 €
ASIN: B00LN6OVRI

Klappentext:
Das Massaker von Glencoe bescherte der Familie MacDonald traurige Berühmtheit. Das Überleben derjenigen, die den Soldaten entkamen gleicht einem Wunder. Oder einem Fluch. In den Männern der MacDonalds of Glencoe brach in der Zeit der Entbehrung etwas aus, dessen Geheimnis ihre Nachkommen auch Jahrhunderte später noch hüten: Sie verwandelten sich bei Vollmond in Wölfe.

1853 zieht die junge Deutsche Charlotte mit ihrer Mutter nach deren Wiederverheiratung nach Edinburgh. Dort verliebt sie sich in Andrew, den besten Freund ihres Stiefbruders, der ihre Gefühle auch erwidert. Doch seine Mutter ist der Ansicht, dass eine Außenstehende nie den Wolf in ihm akzeptieren wird. Andrew denkt anders darüber und ist davon überzeugt, dass Charlotte seine Besonderheit verstehen wird. Aber sein mordlustiger und rachsüchtiger Vetter sowie der feindselige Robert Campbell zeigen ihm deutlich, wie gefährlich das Leben für seine Familie und Freunde ist. Als er sich aber von Charlotte fern halten will, wird es für sie nur noch gefährlicher.

Hinweis:
Die Nana & die Key lesen den Roman und bieten euch bald die passenden Rezis dazu.

Donnerstag, 17. Juli 2014

[REZENSION] Stirb leise, mein Engel von Andreas Götz (by Nana)

http://www.oetinger.de/nc/schnellsuche/titelsuche/details/titel/1236153/17420/30388/Autor/Andreas/G%F6tz/Stirb_leise%2C_mein_Engel%21.html
Stirb leise, mein Engel - Andreas Götz
Oetinger Verlag, 2014
368 Seiten
Preis: 16,95 €
ISBN: 978-3-7891-3615-3

Klappentext:
Drei tote Mädchen, ein dunkles Geheimnis und ein teuflisches Spiel: ein Thriller, der unter die Haut geht!

München, das Ende eines heißen Sommers. Drei Mädchen sterben innerhalb weniger Wochen – wie es scheint, aus eigenem Entschluss. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn alle drei wollten mit ihrer großen Liebe in den Tod gehen. Und sie ahnten nicht, dass ausgerechnet er, der mit ihnen sterben wollte, sich als ihr schlimmster Feind entpuppen würde.


Mittwoch, 16. Juli 2014

[REZENSION] Wettlauf in der Nacht - Thomas Taylor (by Valli)



http://www.carlsen.de/softcover/wettlauf-in-der-nacht/26566#Inhalt

Wettlauf in der Nacht, Thomas Taylor
Chicken House, 2014
416 Seiten
Gebundene Ausgabe: 14,99 €
Kindle: 10,99 €
ISBN: 978-3551520562



Inhalt:

Die drei Regeln des Traumwandler – Kodex:
1. Zeig dich, aber fall nicht auf.
2. Sprich, aber verrate nichts.
3. Hinterlass keine Spuren.

Eddie, Adam und David leben in verschiedenen Jahrzehnten. Trotzdem laufen sie sich immer wieder über den Weg. Denn Die Jugendliche verbindet eine seltene Gabe. Während sie schlafen, können sie alle Grenzen überwinden und durch Raum und Zeit reisen. Dabei verfolgt jeder sein eigenes Ziel. Eddie will alles über das Traumwandeln herausfinden. Adam versucht mit allen Mitteln den Lauf der Geschichte zu verändern. Und David muss seine Familie retten, bevor sie ausgelöscht wird.

Rasant, actionsreich, gespenstisch


Dienstag, 15. Juli 2014

[REZENSION] Anik & das Geheimnis des Meeres- Tanja Heitmann (by Key)-


'Anik & das Geheimnis des Meeres' Tanja Heitmann
rororo rotfuchs, 2014
320 Seiten
Hardcover: 12,99 Euro
ISBN   978-3-499-21677-0


Klappentext:
Am Strand herumstromern und nach einem Schatz Ausschau halten – das hatte Anik an diesem Nachmittag im Sinn. Da hört er plötzlich ein seltsames Knacken, als wäre Glas zersprungen. Ein Blick in den Himmel lässt ihn erstarren: Die Drachen, die Herrscher der Lüfte, sind zurück! Es ist der Beginn eines großen Kampfes zwischen den Geschöpfen der Luft und denen des Meeres. Und mittendrin: Polly, ein Mädchen ohne Erinnerung, das wieder nach Hause muss. Anik macht sich gemeinsam mit ihr in einem kleinen Boot mutig auf die Reise ...

Ein spannendes Abenteuer - ein Buch für die ganze Familie!

Meine Meinung:
"So sind die Gesetze."

'Ein Buch für die ganze Familie', schreibt man so was heutzutage wirklich noch? Muss denn so etwas sein? Nur weil andere Bücher, die als Kinder- und Jugendbuch eingeordnet sind auch die Eltern und großen Geschwister erreichen? Nein, mal ernsthaft, lasst uns einmal für einen Moment darüber nachdenken, ob so eine Unterzeile nicht vielleicht doch etwas großspurig wirken könnte.
Meine erste Tat, nachdem ich diese Abenteuergeschichte gelesen hatte war, die Autorin zu 'suchmaschinen' in der Hoffnung, meinen Verdacht zu bestätigen. Und tatsächlich:
„Die Idee für diese phantastische Geschichte kam mir, weil ich meinem Sohn unbedingt auch einmal dieses Leuchten aufs Gesicht zaubern wollte, für das ansonsten immer Lindgren, Funke & Co. verantwortlich waren. So fand Anik seinen Weg aufs Papier – er ist sozusagen Justus’ großer kleiner Bruder, der jede Menge Abenteuer mit Drachen, Meereskatzen und Funkenmännern erlebt.“(http://www.tanja-heitmann.de/)
 

Genau dieses Gefühl hatte ich beim Lesen auch. Leider beantwortet diese Stellungnahme aber nicht die Frage: Und? Haben die Augen des Kindes geleuchtet? 
Ich bin unentschlossen, auch nach einer Nacht darüber schlafen, stelle ich verzweifelt Gewichte auf die Waage. Einerseits hat es mir immer mal wieder so richtig gut gefallen. Andererseits war mir alles zu einfach, Problemlos und stringent. Dann jedoch musste ich immer daran denken, das es ja um ein Kinderbuch geht, welches sich daran halten sollte, nicht zu verzwickt zu sein. Allerdings dachte ich auch jedes Mal, das die Protagonisten echt sehr Vertrauensselig sind. Ja, ich kam sogar zu dem Schluß, das sie sicher auf ihrer Reise den falschen Opas vertrauen werden und sich der Häscher, der ihnen ständig hinterher ist, sich als 'der Gute' entpuppen wird. Wenn man ihm dann mal zuhören würde.
"Genau wie der ursprüngliche Name der Universität,
die einst Die Weiße hieß,"

Von der Phantasie her bedient sich Frau Heitmann in den unterschiedlichsten Regalen. Kaum ein Abschnitt kommt ohne Quergedanken aus die mir durch den Kopf geschossen sind. Wir haben Wolfsrudel, Drachenreiter, Meerjungfrauen, Haifischkrieger, Katzen die Kleidung tragen, Gummibären- Schnelltunnel, Schwammköpfe, Schnitzel, Bibliotheken, Gärten mit blauen Beeren und so vieles mehr.
Ich hatte jedoch nicht das Gefühl auf irgendwelche richtig spektakulären Wesen zu treffen. In dieser Fabel ist alles am Sprechen, angefangen bei den Wölfen, bis hin zu dem Funkenmann. In den Teilen, bei denen man mal abweichende Phantasie hätte zeigen können: „Tropfenfeen“, „Sommerwolkenmädchen“ und „Blitzherolde“ fehlt es jedoch gänzlich an einer Beschreibung, was schade ist, ich hätte mir nämlich viel mehr von der eigenen Kreativität der Autorin gewünscht.

Für mich als erwachsene Leserin waren die Geheimnisse um die Charakterkonstellationen schon relativ früh gelöst. Aber ich nehme an, dass Kinder da wesentlich zugänglicher und überraschter sein könnten, wenn gewisse Umstände ans Licht kommen. Ebenso schlicht ist die Sprache, die bis auf 'Asservatenkammer' leicht verständlich ist. Die Charaktere reden und denken sehr viel und weisen positive Charakterzüge auf: Verantwortungsbewusstsein, Mut und Freundlichkeit.

"ein Symbol für die Reinheit des Wissens,
erbaut aus einem seltenen weißen Stein."

Die Geschichte beginnt auf der Welt Aenigma (Enigma= Geheimnis), vom Wind über das 'Tiefe Blau' getrieben zu einer Insel im Ozean der 'Grundlose Gezeiten', auf dem ein Leuchtturm steht. Nicht weit ab davon ein Busch unter dem zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen, hocken und Algenfladen essen und postwendend angeekelt ausspucken. Das sind Anik Berdrum, der Sohn des Leuchtturmwächters und Polly. „Einfach nur Polly?“(S 217)- Ja, nur Polly. Der erste Antagonist, Aniks Vater, der das gestrandete Gör von der Insel verweist- aber macht ja nichts, Polly ist sich ziemlich sicher, obwohl sie ihr Gedächtnis verloren hat, dass sie segeln kann. Mit Opa Berdrums Boot macht sie sich dann mitten im Sturm auf den Weg und Anik springt verantwortungsvoll hinten drein und stellt fest, dass er- obwohl auf einer Insel lebend- gar nicht schwimmen kann. Der Grund ist bestimmt dieses hartnäckige Garn, dass man es dann im Fall des Ertrinkens einfacher hat und nicht so lange leidet.  

Und als ob Vati nicht schon drakonisch genug wäre, nein jetzt taucht da auch noch ein 'entflammter Drache' auf und will Polly holen. Mahlstrom oder Drache? Die Kinder nehmen den Strudel und ab hier beginnt das eigentliche Abenteuer. Und es ist an wundersamen Tieren, Verstecken und Menschen nicht gespart worden. An jeder Ecke begegnen uns mysteriöse Dinge. Eines davon habe ich euch hier mal eben mitgebracht: 'Die Kartenhülle'. Nur um mal kurz darauf zu verweisen, dass die Kinder wirklich vielen skurrilen Wesen begegnen. 
'Die Kartenhülle' Skizze von Annika Thomaßen

"Du würdest wohl auch auf dem Trockenen ertrinken,
wenn dir ein Tropfen Wasser in den Hals fällt."

Allerdings find ich das manchmal auch wirklich sehr viel auf so wenig Geschichte. Alles läuft dann auch mehr oder weniger glatt, andauernd begegnen sie Leuten, die sie gar nicht kennen, die aber alle gutmütig und hilfsbereit sind- die Kinder brauchen gar nichts selber tun, sie bekommen alles vorgekaut. Erhalten alle Nase lang praktische Gegenstände wie ein Glas 'Essenz- Brühe' oder wichtige Informationen von quatschenden Flüssen. Entschuldigung aber irrt sich auch nur einmal eine dieser Quellen? Die Seligkeit ist furchtbar anstrengend in diesem Werk. Alles steckt voller Gutmenschen und auch Katla die echte Antagonistin ist eindimensional und schon so früh als 'das ultimative Böse' stigmatisiert, das auch hier den Kindern wieder keine andere Wahl bleibt als diese Beurteilung anzunehmen. Obwohl Polly zu Anfang noch mehrmals zeigte, dass sie in der Lage ist Spielräume einzuräumen und Mitleid zu empfinden. 

Fazit: 
Soll diese Geschichte einem jungen unbescholtenen Leser wirklich vermitteln: Ja, geh' hinaus in die Welt, es wird schon alles gut gehen!? 
Gelungen aus Sicht einer Erwachsenen finde ich die Beziehung der beiden Kinder. Denn diese ist von Freundschaft geprägt und es gibt keine Spur von beginnender großer Liebe. Die Reise an sich ist jedoch nur eine abenteuerliche Flucht wie sich heraus stellt, die einen kleinen dramatischen Höhepunkt erfährt, Anik kurzzeitig zweifeln lässt, dann aber doch in einem Berge versetzenden Ende gipfelt. 
Und trotzdem hat mir die Welt die mir hier geboten wurde viele herrliche Ecken und Kanten gezeigt. Aenigma bleibt mir jedoch noch größtenteils ein Rätsel. Ich finde hier Parallelen zu verborgenen Welten wie bei 'Mio, mein Mio' von Astrid Lindgren oder 'The Whispered World' vom Spielehersteller Daedalic
Die Liebe zum Detail all der Kreaturen ist herausragend, die kleinen moralischen Einschübe aber eher schwer zu entdecken.
Hätte ich so eine Geschichte als Kind gemocht? Ja.

Ein Urteil welches 'Nebelseeschlangen' lächeln lässt: fein.


Dank:
Darkstars Fantasy News
Darkstars Fantasy News
Gebührt an dieser Stelle Darkstar.
Sein Blog steckt voller Rezensionen über Bücher, Filme und Comics, sowie Podcasts und allerhand anderer Neuigkeiten und Informationen. In aller Freundschaft stellte er mir dieses Buch zur Verfügung und ich freue mich ihm diese Rezension im Tausch stellen zu können.




Montag, 14. Juli 2014

Von Biblis, Libris und Blogg dein Buch

Von Nichts, kommt ja auch nichts, oder nicht?

"Bibliodies und Bibliodas!
'Biblionisten, Bibliodromen, Biblionäre, Biblioklasten (PFUI!), Bibliogeten, Bibliodonten, Bibliogoten, Bibliospasten, Biblioten (!!!), Biblioklepten (AUS!), Bibliometen, Biblioganten, Bibliomanten, Bibliophasten, Bibliophanten, Bibliogomen, Bibliophile, Bibliophagen, Bibliogame, …' - Bibliozisten, Bibliotekten, Bibliokraten…. und: Librinauten!"

(Walter Moers 'Das Labyrinth der träumenden Bücher' S.125)


Das Netz ist groß und voller Rezensionen, Rezensenten, Bloggern und Bibliophilen.
Und wir sind dabei.



Beltz & Gelberg startet in Zusammenarbeit mit Blogg dein Buch ein ganz besonderes Gewinnspiel! Alle Teilnehmer haben die Möglichkeit, Karen Foxlees „Das Mitternachtskleid“ exklusiv vor Erscheinen in den Händen zu halten. Und damit nicht genug: Am Ende wird Beltz & Gelberg seinen offiziellen Buchblogger des Jahres 2014 küren, auf den dann tolle Preise warten!

Und darum geht´s: Rose Lovell braucht keine Freunde. Rose hat niemals irgendwo dazu gehört. Doch als sie mit ihrem Vater, der vor dem Leben flieht, in diesem Kaff an der Pazifikküste Australiens strandet, trifft sie auf die unvergleichliche Pearl Kelly, die alles überstrahlt. Von ihr lässt sich Rose überreden, auf dem Ball der Zuckerrohrernte mitzumachen, dem alle Mädchen entgegenfiebern. Und so lernt Rose die alte Edi Baker kennen, gemeinsam nähen sie das nachtblau schimmernde Traumkleid, mit dem Rose die Schönste sein wird. Stich für Stich hört Rose von Edis Geheimnissen und dem verborgenen Baumhaus, das einst ein Liebesnest war. Erst am Schluss dieses Romans erfährt man von dem Unglück, das passiert ist und alles verändert…

Sonntag, 13. Juli 2014

[INTERVIEW] Dr. Heribert Strunzl im Verhör zu seinen Taten ... und über Barbara Büchner



Meine Damen und Herren, wir bitten Sie vor dem heute übermittelten Verhör Ihre Kinder aus dem Zimmer zu schicken. Der Mann, den wir Ihnen hier vorstellen wollen, sollte nicht auf unschuldige Kinder losgelassen werden ... oder auf verstorbene Frauen ...


Der Wiener Historiker Dr. Heribert Strunzl ist als „Der Leichenräuber von Wien“ polizeibekannt: Mehrfach wurde er von Hausparteien angezeigt, die schauerlich üble Gerüche und merkwürdige Abfälle im Zusammenhang mit seiner Wohnung feststellten, und einmal kam es zum Polizeieinsatz, als etwas in seinem geheimen Labor explodierte. Bei einer Haussuchung fand man einen Zehn-Liter-Topf, in dem eine unbekannte grüne Substanz brodelte, und einen Käfig mit Meerschweinchen – zweifellos zu Versuchszwecken! Damals konnte der Alchemist zwar nicht belangt werden, doch nahm er seine Versuche, aus den Knochen berühmter historischer Wienerinnen und Schweineschmalz einen Harem von Sexsklavinnen zu erschaffen, bald wieder auf… was ihm schließlich zum Verhängnis wurde.

Die Luft ist stickig in dem kleinen Raum. Die einsame Arbeitsleuchte auf dem glatten Tisch strahlt direkt in sein Gesicht.

1. Was können Sie uns zu Barbara Büchner sagen - los, was müssen wir wissen?

Unsympathische Person! Schnüfflerin! Hat die Nase in allem drin, was sie nichts angeht! Wer hatte denn die geheimen schwarzmagischen Unterlagen des Freiherrn von Reichenbach zuerst, sie oder ich? Sonst wäre es ihr ja gar nicht eingefallen, mir die unterzujubeln! Würde mich nicht wundern, wenn sie selber ähnliche Pläne gehabt hätte. Besitzt ja auch einen großen, teuren Quartband über das Wiener Pathologische Museum, reich bebildert! Sehr verdächtig!

2. Aha, Sie beneiden Barbara Büchner also um etwas? Oder schlimmer, es gibt etwas, was Sie gar nicht leiden können? Wir haben also ein Motiv?

Was ich nicht leiden kann? Raten Sie mal! Da rackert sich unsereins ab, aus alten modrigen Knochen, Schweineschmalz und Krokodilgewebe junge schöne Frauen zu erschaffen, und was macht so eine Schriftstellerin? Zitiert sich einfach die schönsten Jünglinge herbei, sperrt sie in den Arbeitsspeicher und macht mit ihnen, was sie will – und da sollten Sie einmal genauer nachsehen, was der so alles einfällt! Schande ist das! Da bin ich ja ein Engel dagegen! Den ganzen Tag amüsiert die alte Schachtel sich mit den Jungs, und das ohne Kosten und ohne Angst vor der Polizei!

3. Das hört sich so an, als würde Barbara Büchner nicht ununterbrochen schreiben - was macht sie denn in dieser Zeit?

Nicht schreiben? Hm. Weiß ich jetzt ehrlich nicht. Ich kenn sie nur schreibend. Naja, schlafen wird sie wohl manchmal. Und mit den beiden Kampfkötern geht sie Stunden lang spazieren, wahrscheinlich auch auf finsteren Pfaden! Würde mich nicht wundern! So fett, wie die Hunde sind, leben die nicht nur von Dosenfleisch! Statt mich zu vexieren sollte die Polizei lieber einmal nachfragen, ob nicht irgendwelche Kinder verschwunden sind!


4. Ein Trittbrettfahrer? Welchem Vorbild eifert sie nach? Ist das nur schriftstellerisch so, oder auch im »normalen« Leben?

Also: Immer schwarz angezogen, und die Jalousien im Wohnzimmer heruntergezogen, sodass ein unheimliches Zwielicht herrscht – angeblich wegen der Reflexionen am Bildschirm! Haha! Da sage ich eher: H.P. Lovecraft! Der lebte ja auch in einem ständig verdunkelten Zimmer! Und E.A.Poe! Naja, von Opium und Absinth weiß ich nichts, jetzt jedenfalls nicht mehr, aber früher soll sie´s ganz doll getrieben haben. Da hört man Sachen! Rauschgift! Alkohol! Bizarre Sexspiele! Skandalös! Aber sich ein ganzes Buch lang in höhnischen Äußerungen ergehen, weil ein brillanter Geist einen Weg findet, den Beschränkungen der Natur zu entgehen und sich zu erschaffen, was er anders nicht bekommen kann!

5. Gibt es Rituale, die Barbara Büchner beim Schreiben anwendet? Hängt sie bestimmter ritualistischer Musik an, oder gibt es irgendwelche berauschende Nahrungsmittel, die stets griffbereit liegen müssen?

(flüsternd) Totenstille! Wenn der Computer hochgefahren wird, kriechen die Hunde auf ihre Schlafplätze, die wissen genau, dass sie jetzt keinen Muckser mehr machen dürfen! Halbdunkel und Stille! Zum Fürchten! Und dann murmelt und munkelt sie vor sich hin, kichert und reibt sich die Hände… Da sehe ich Verdachtsgründe! Wahrscheinlich flüstert ihr ein Familiar ihre Geschichten ein!


6. Wie kam Barbara Büchner auf Ihre Spur?

Hmm… äh… ich habe einen Doppelgänger. Eine lebende Existenz, die mir in vielen Dingen gleicht. So ein Woody-Allen-Typ, auch Wissenschaftler. Und bei dem dachte sie immer schon, der wäre doch eine tolle Romanfigur. Obwohl er meines Wissens nie irgendwelche Gräber geplündert oder schöne Frauen aus Krokodilgewebe erschaffen hat. Das sind alles nur ihre Erfindungen!

7. Wissen Sie, ob sie sich Ihre Opfer immer auf diese Weise aussucht, entstehen ihre Geschichten immer so?

Ja! Ja! Das weiß ich genau! Arbeitsspeicher voll mit Fotos und Daten potenzieller Opfer! Wie sie ein Gesicht, eine Figur sieht, die in ihr Beuteschema passt, ganz egal, ob im Fernsehen, in der Zeitung oder einem Film, schon wird eine Datei angelegt. Hunderte sind es inzwischen, Frauen und Männer! Für jeden nur erdenklichen schriftstellerischen Zweck!

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Verhör mit Ihnen, was macht Sie so besonders für Barbara Büchner?

Naja, ich bin was Besonderes, oder? Keiner von diesen gelackten Schönlingen! Kein Twilight-Vampir mit geputzten Zähnen! Kein Lovecraft-Dorftrottel aus den finsteren Bergen! Ein echter Wiener Historiker, tief verwurzelt in dieser schaurig-schönen Stadt, bestens informiert über ihre Geheimnisse. Seit dem „Dritten Mann“ gab es keinen solchen urwienerischen Schurken mehr wie mich, das ist doch einen Roman wert!

9. Schauen wir uns doch einmal die Beweise an: Was wird sie als Nächstes tun? Woran arbeitet sie wohl gerade? Heckt sie einen Plan zur Ergreifung der Weltherrschaft aus? Wann werden wir neue Hinweise erhalten?

Weltherrschaft, jawohl! Man braucht sich ja nur ihre Bücher ansehen: In jedem siegt zuletzt das Gute! Wenn das kein Indiz ist! Heute gehören uns die Bücher, und morgen die ganze Welt! Soweit kommt es noch! Kaum erfindet sie einen saftigen Schurken, wird ihm das Handwerk gelegt von irgendeinem neurotischen Sherlock Holmes oder einem ähnlichen Ritter der Gerechtigkeit.

Knipst die Lampe aus und lehnt sich zurück ...

10. Ein herzliches Dankeschön an Professor Dr. Heribert Strunzl für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Strunzl gesagt wurde.

BB: Also ich murmle, munkele und kichere zwar, wenn ich an einem Buch schreibe, manchmal kommen mir auch die Tränen, aber ich reibe mir nicht die Hände! Das ist eine Erfindung von dieser widerwärtigen Kreatur!

Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, kann sie auf ihrer Homepage besuchen oder sie in diesem Vorstellungsvideo näher kennenlernen.



Barbara Büchner - Der Leichenräuber von Wien
Arunya-Verlag, 2014
276 Seiten
eBook: 3,99 €
ASIN: B00J129SNS

Klappentext:
Schauerliches geschieht im lieblichen Wienerwald: Zwei Einbrecherinnen stören den Tanz der steinernen Zwerge von Schloss Neuwaldegg – mit schrecklichen Folgen.

Vier betrunkene Jugendliche begegnen bei einem Mondscheinspaziergang dem berüchtigten Schwarzmagier, dem Baron von Reichenbach, und seinem Freund, dem leibhaftigen Teufel.

Und ein verrückter Professor raubt die Leichen der schönsten Wienerinnen, um sie als seine Sex-Sklavinnen wiederauferstehen zu lassen.
Drei groteske Geschichten mit typischem Wiener Flair.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...