Sonntag, 31. Mai 2015

[INTERVIEW] Emma St. Claire über Helen B. Kraft


Helen B. Kraft
Emma St.Claire betritt beschwingt das Zimmer. Sie trägt einen Minizylinder, dunkle Hosen mit aufgenähten Taschen unter kniehohen Stiefeln und dazu eine weiße Bluse mit dunklem Bustier. Sie ist der Inbegriff einer SVY-Agentin und Traumgängerin, die in Victorian Secrets: Verbotene Sünden selbstbewusst ihren Job erledigt und in den Träumen von Sir Ian Connery nach Beweisen für eine Mordserie sucht. Als sie die Damen der Lesekatzen sieht, erhellt ein Lächeln ihr herzförmiges Gesicht und sie hebt kurz die Hand.

„Guten Tag, die Damen, es freut mich, dass ich herkommen durfte. Entschuldigt bitte die Verspätung, seit ich das Scotland Visional Yard verlassen habe, geht alles drunter und drüber.“ Sie schnaubt etwas undamenhaft. „Immer dieser Papierkram.“

Willkommen, nimm Platz *Küsschen, Küsschen* bitte bedien dich doch an den Keksen und der Milch. Und wenn wir fertig sind, zeige ich dir meine Schuhsammlung – wenn das kein Anreiz ist?

Emma sagt dazu nichts. Sie lächelt lediglich schwach und nimmt den dargebotenen Platz. Auf die Kekse verzichtet sie, immerhin sind diese Mieder ziemlich eng geschnürt.

1. Stell uns Helen B. Kraft doch erst einmal kurz vor.
„Helen ist neugierig. Damit haben wir viel gemeinsam. Wenn sie von einer Sache hört, vertieft sie sich darin, recherchiert und versucht möglichst viele Informationen zu filtern. Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist, ihre Nase in neue Ideen zu stecken und darüber nachzulesen, schreibt sie unheimlich viel. Zumindest wenn es ihr so genannter Brotjob zulässt.“

Und Schuhe? Liebt sie Schuhe?
Emma überlegt. „Hmm, ich glaube nicht. Sie sagt von sich immer, dass sie wohl eher ein Mann hätte werden sollen. Sie trägt Schuhe nur um des Zwecks Willen. Aber sie hat mir mal bei einem Glas Absinth verraten, dass sie Handtaschen mag. Zählt das auch?“

2. Was denkst du über Helen, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
„Helen ist eigentlich eine ganz Liebe, wenngleich man sie nicht reizen sollte. Das, was sie Ian angetan hat.“ Sie erschauert ein wenig, dann kehrt ihre professionelle Miene zurück. „Egal, sie hat wirklich alles getan, unsere Geschichte korrekt wiederzugeben. Aber ihr wolltet mehr über sie als Person wissen, nicht wahr? Ich habe mir kürzlich ihre Träume angesehen. Ziemlich wirres Zeug, wenn ihr mich fragt. Sie ist nicht verrückt, aber … naja, unter uns gesagt, ich würde behaupten, dass sie ein bisschen Wahnsinn in sich trägt. Anders kann ich mir nicht erklären, wie sie all diese schrägen Dinge träumen und später aufschreiben kann. Aber sie tut das immer in bester Absicht. Zumindest sagt sie das ständig.“ Emma faltet ihre Hände im Schoß. „Ich mag Helen. Sie erinnert mich an Ians Butler Thorpe. Sie sagt, was sie denkt und macht aus ihrem Herzen keine Mördergrube, selbst wenn das bedeutet, anderen vor den Kopf zu stoßen. Aber sie ist auch eine Diplomatin, wenn es darauf ankommt. Etwas, das ich von ihr lernen könnte.“

Nach einigen Minuten fügt sie hinzu: „Allerdings mag ich es nicht, dass sie Ian und mich … naja, ihr wisst schon, beim Sex beobachtet. Muss das wirklich sein? Ich meine, ich bin nicht prüde, meine Arbeit lässt das ja gar nicht zu, aber vor der Schlafzimmertür sollte eigentlich Schluss sein.“

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?
„Sie träumt. Also, um genau zu sein, sie versucht neue Ideen aus dem Chaos in ihrem Kopf zu ziehen. Manchmal klappt es, manchmal nicht. In letzterem Fall wird sie so richtig unleidlich. Dann isst sie seltsame Dinge, brummt ständig herum wie ein Bär, den man zu früh aus dem Winterschlaf geweckt hat. Um sich davon abzulenken, werkelt sie im Garten oder liest viel. Allerdings habe ich den Eindruck, dass das die Situation nicht immer verbessert.“

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben? Und wie sieht es mit dem Kleiderschrank aus, ist er ordentlich?
„Also bitte, das sind zwei so unterschiedliche Fragen, die stehen doch in gar keinem Zusammenhang! Lasst mich überlegen.“ Emma tippt sich ans Kinn. „Helen mag einen Autor namens Jeffrey Deaver sehr gerne. Sie sagt, wenn er es schafft, sie als eingefleischten Thriller-Fan bis zur letzten Seite zu überraschen, dann hat das was zu bedeuten. Was auch immer sie damit meint. Jedenfalls hofft sie, eines Tages auch mal so eine Geschichte aufschreiben zu dürfen. Mit Victorian Secrets wollte sie damit wohl den Anfang machen.“

Emma zuckt mit den Schultern, ehe sie sich verstohlen umsieht. „Verratet es ihr nicht, aber ich habe tatsächlich mal in ihrem Kleiderschrank nachgesehen. Unordentlich! Also müsste ich bei ihr Spuren sichern … besser nicht. Es könnte sein, dass der Inhalt ihres Kleiderschrankes ein eigenes Leben entwickelt. Würde mich – nach allem, was ich bisher schon erlebt habe – nicht wundern. Schließlich gibt es ja auch Phantome und andere Gestalten seit Battersea.“

5. Gibt es Rituale, die Helen beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Stirnrunzelnd überlegt Emma. „Ich weiß, dass sie gerne schnelle Musik hört, wenn es dramatisch werden soll, aber ansonsten, glaube ich, reicht ihr einfach ein Zettel und ein Stift. Sie will nur ihre Ideen aus dem Kopf bekommen.“ Emma räuspert sich verhalten. „Was ich durchaus verstehen kann. Ihre Träume …“, sie wedelt mit einer Hand. „Lassen wir das lieber, sonst fällt ihr vielleicht noch etwas ein, womit sie Ian und mich ärgern kann, falls ich hier aus dem Nähkästchen plaudere.“

6. Wie hast du sie kennengelernt? Details, wir brauchen Details...
„Sie schenkte mir einen Van-Grummel-Zylinder.“ Emma verzieht das Gesicht. „Wenn ich gewusst hätte, was sie damit vorhat, hätte ich das Ding niemals angefasst. Andererseits, ohne die Apparatur wäre ich niemals Ian begegnet. Naja, jedenfalls hat sie meine Neugierde mit diesem Geschenk geweckt und sich in mein Herz geschlichen. Oder ich in ihres? So genau kann ich das gar nicht mehr sagen. Ist schon eine ganze Weile her. Jedenfalls bat sie mich, ihr mein London zu zeigen und das tat ich dann auch. Ich erzählte ihr von der Battersea-Katastrophe, meinem Job, den ich sehr geliebt habe und brachte sie schließlich in einen Pub, wo wir bei ein paar Gläschen etwas redselig wurden. Nach einer Weile war ich wohl etwas beschwipst und verriet ihr Details meiner Vergangenheit und Interna meiner Arbeit. Als sie das hörte, bekam sie so ein irres Glänzen in den Augen. Damit hat im Grunde alles angefngen.“

7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
„Sie sagte mir einmal, dass normalerweise die Geschichten und/oder Charaktere zu ihr kommen. Bei uns war das eben etwas anders, aber offenbar nicht so ungewöhnlich, dass sie sich darüber gewundert hätte. Falls doch, hat sie es sich nicht anmerken lassen.“ Tippst sich erneut ans Kinn. „Dabei hat sie so gar kein Pokerface. Im Nachinein betrachtet, wirklich seltsam.“

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Helen so besonders?
„Sie erzählte mir, dass sie starke Frauen mag und in ihren Augen verkörpere ich das wohl. Außerdem mag sie meine Art – also die Traumgänger. Sie wünscht sich wohl heimlich selbst so eine Gabe. Vielleicht ist das ihre Art, mir dafür zu danken, ihr bei der Geschichte geholfen zu haben. Wer weiß schon, was in Helens Kopf vorgeht.“

9. Werfen wir doch mal einen Blick ins Lifestyle Magazine: Welche neuen Trends wird sie hervorbringen? An welchen Designerstücken wird aktuell gearbeitet? Wann dürfen wir sie wieder auf dem roten Teppich bewundern? Und ganz wichtig: WER wird sie auf dem roten Teppich begleiten?
„Bis vor kurzem hatte sie meinen Chef Tom Doyle in der Mache. Hat irgendetwas von unaufgearbeiteter Vergangenheit, verlorener Liebe und so gemurmelt. So ganz habe ich Helen nicht verstanden, aber herausgehört habe ich, dass im Juni die Fortsetzung der Reihe erscheinen soll. Und nachdem das offenbar nicht genug war, sitzt sie gerade am dritten und letzten Teil. Aber sie will mir nicht verraten, um wen es geht, hat mich aber vorgewarnt, meine Agentenausrüstung nicht allzu tief im Schrank zu vergraben, ich bekäme darin etwas zu tun.“ Sie zuckt mit den Schultern. „Ich lasse mich überraschen. Solange ihr nicht einfällt, mir Ian wegzunehmen, ist mir alles andere egal.“

10. Ein herzliches Dankeschön an Emma St.Claire für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Emma gesagt wurde.
„Emma hat nichts gesagt, was ich korrigieren müsste. Im Gegenteil, sie hat sich sehr diplomatisch ausgedrückt. Wenn ich ehrlich sein darf, zwischen uns herrschte nicht immer eitel Sonnenschein. In vielen Dingen hatten wir unterschiedliche Ansichten, aber schlussendlich konnten wir uns auf einen gemeinsamen Nenner einigen. Ihr Nachfolger, der bereits angesprochene Tom Doyle, hat es mir nicht ganz so leicht gemacht. Männer, hätte ich gleich erwarten sollen, dass er sturer als ein Maulesel sein würde.“ Holt noch einmal tief Luft. „Zu Teil 3 der Reihe kann ich auch nicht mehr verraten. Diese Informationen fallen noch unter das SVY-Siegel "Top Secret". Nur so viel: Alle Figuren bekommen ihren Platz und es wird ein schönes, rundes Ende geben. … hoffe ich.“



Wer mehr über Helen B. Kraft erfahren wollt, besucht sie doch einmal auf ihrer Homepage oder ihrer Facebookfanseite. Die Victorian Secrets-Bände erscheinen bei Romance Edition.

Noch ein Tipp: Keys Rezension zu Victorian Secrets - Verbotene Sünden

Donnerstag, 28. Mai 2015

[REZENSION] Betört von Robin Lyall (by Nana)

http://www.arena-verlag.de/artikel/betoert-978-3-401-50480-3Betört - Robin Lyall
Arena Verlag, 2015
288 Seiten
Preis: 9,99 €
ISBN: 978-3-401-50480-3

Klappentext:
Geschafft! Rachel hat sich ihren Traumnebenjob ergattert. Zweimal die Woche darf sie in einer Autowerkstatt aushelfen. Leider ist der junge Mechaniker Ralph alles andere als ein Gentleman und bringt Rachel mit seinen Machosprüchen ganz schön aus dem Konzept. Als ob das nicht genug wäre, steht auch noch eines Tages ein unerwarteter Gast vor Rachels Tür. Hatte sie wirklich geglaubt, vor ihrer Vergangenheit fliehen zu können?

Band 3 der Trilogie: Berührt - Begehrt - Betört von Robin Lyall.
Empfohlen ab 16 Jahren


Dienstag, 26. Mai 2015

[REZENSION] House of Nightmares von Nadine Erdmann (by Valli)

House of Nightmares, Nadine Erdmann
2015 (leider noch keinen Verlag.. hallo?!?)
314 Seiten
Preis E-Book: 3,45 €

Inhalt:
Dunnington schenkte seinem Sohn ein beruhigendes Lächeln. »Ich habe einen unanfechtbaren Vertrag mit ihm ausgehandelt. Er wird kein Wort über dich verlieren. Zu niemandem. Sonst würde er viel zu viel aufs Spiel setzen.«

Um Neds Geheimnis zu wahren und seinem Sohn den Medienwirbel zu ersparen, plant Edward Dunnington die bahnbrechende Erfindung der Bioroboter mit Hilfe eines einflussreichen Geschäftspartners der Öffentlichkeit zu präsentieren. Aber kann man Angus McLean wirklich trauen? Warum wacht der alte Lord plötzlich nicht mehr auf? Sein Körper scheint unversehrt, sein Bewusstsein ist jedoch verschwunden …
In der Einsamkeit der schottischen Highlands müssen Jemma, Jamie, Zack, Ned und Will nicht nur der verschrobenen Adelsfamilie auf den Zahn fühlen. Um herauszufinden, was passiert ist, wagen sie sich auch ins 'House of Nightmares' – und dort wartet das Böse … heimtückisch und grausam … Besonders, wenn man sich nicht an die Spielregeln hält …


Coming-of-age Future Fiction ab 14

Dies ist der zweite Band der Fateful Future Reihe.
Teil 1: Mind Ripper – Fateful Future 1.0


Sonntag, 24. Mai 2015

[INTERVIEW] Ly, Schuhe, Kröten und Autorin: Olga A. Krouk

Heute im etwas anderen Lesekatzen Interview gibt es eine Göre mit losem Mundwerk, Schuhe und Fotografie. Ly stand uns zur Verfügung um ein paar Fragen zu beantworten über ihre Autorin und hat sich dabei nicht zurück gehalten. Key hat keine Mühen gescheut, denn dieses Interview durfte nur online gehen, wenn sie auch ihre Seite des Paktes einhält. Und deswegen gibt es heuer exklusive Einblicke. Viel Vergnügen! 
 

Salût Ly, nimm Platz *küsschen küsschen* Bitte bediene dich doch an den Keksen und der Milch. 
Oha, für deinen coolen Namen und für deinen Oberhammer-Auftritt auf FB verteilst du viel zu bereitwillig Küsschen, liebste Key. Muss ich mir da Sorgen machen? :D
Und die Milch – die lass lieber da, wo sie ist. Ich bin immer noch recht misstrauisch, was das angeht. Stell dir das nur vor: Da stehe ich gerade vor dem heimischen Kühlschrank, führe nichts Böses im Schilde, nippe an der Milch, um zu prüfen, ob die noch gut ist – und das Nächste, womit ich konfrontiert werde: Gertrud-Jolene-Carmen. Wenn du jetzt denkst, diese sei irgendeine aufgeblasene Tussi aus meiner Klasse, so irrst du dich. Es ist ein Kleid! Jawohl! *singt* Ein Kleid, das einen Namen trägt …
Und wenn wir fertig sind, zeige ich dir meine Schuhsammlung – wenn das kein Anreiz ist?
Haha, geht klar. Dann nehme ich dich gleich beim Wort *grins*
Und wehe, am Ende dieses Interviews kommt kein Bild von deinen Schuhen! Ich bin bewaffnet und sehr gefährlich, sperr schon einmal alle Spindeln weg ;)

Olga A. Krouk
Stell uns Olga A. Krouk doch erst einmal kurz vor.
Puh. Na ja, ich weiß nicht, was man über eine Frau sagen kann, die als Mädchen geträumt hat, eine Prinzessin zu sein und im Winterpalast zu wohnen *lacht*
Sie fährt voll auf Pink ab, während Lübecker Marzipan bei ihr schlecht werden könnte. Die Nachbarschaft hat voll die Panik, dass ihr Carport vor dem Haus im Hello-Kitty-Style daherkommt. Ich empfehle ihr daher die Bob-der-Baumeister-Version. Als eine Art Motivationstrainer beim Rückwärtseinparken: Yo, wir schaffen das!

Und Schuhe? Liebt sie Schuhe?
Hör bloß auf damit!
Okay. Siehst du diesen Albtraum?
Olga A. Krouk
 Ignoriere jetzt mal die Glitzersteinchen und die Riemchen (ich weiß, es ist schwer. Sehr schwer. Als praktisch unmöglich), aber das sind Schuhe, die sie bis jetzt genau drei Mal getragen hat. Weil sie damit höchstens 100 Meter ohne Blasen an den Zehen laufen kann.


Oder das hier:
Olga A. Krouk
Weißt du, warum sie die gekauft hat? Weil sie so hübsch pink sind. Kannst du dir das vorstellen? Die Frau war noch nie in ihrem Leben joggen, da kauft sie sich pinke Laufschuhe. Naja, jetzt tut sie so, als würde sie bei den morgendlichen Spaziergängen mit ihrem Hund „walken“.
Von anderen Schätzchen aus ihrem Schuhschrank rede ich lieber gar nicht.

Was denkst du über Olga, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Fangen wir mit etwas Positivem an: Sie hat kein Shopping-Gen. Sie geht nie shoppen, wenn wir die wöchentlichen Ausflüge zu Lebensmittelläden mal ausklammern. Und sie mag nicht telefonieren, was auch recht erfrischend ist.
Aber sie lästert viel zu viel über andere, so erzählt jedem, der es hören will oder nicht, was ich beispielsweise so getan habe, was nicht im Buch untergekommen ist. Oder dass Amleto in Wirklichkeit der Onkel … nein, stopp. Ich lästere niemals.

Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?
Sie geht liebend gern mit ihrem Hund spazieren. Verzeihung. Sie „walkt“.  Und das ist die Madame, die ihr dabei die Gesellschaft leistet:
Olga A. Krouk
Ich mag die pelzige Kröte total gern! Sie hat immer so ein freundliches Lächeln im Gesicht *lach* Ihr einziges Manko: Sie kann ihre Pfoten nicht zu einer Raute zusammenlegen, sonst könnte sie glatt die Silvester-Ansprachen ans Volk doublen.


Olga A.Krouk
Und seit Olga den Modefotografen Kay aus „Im Visier des Todes“ kennt, rennt sie mit einer Kamera herum und knippst so sinnvolle Dinge wie Baumstämme und Moos (oder beides gleichzeitig)


Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Sie will immer lernen und sich weiterentwickeln, sagt sie. Als wir zusammengearbeitet haben, hat sie viel mit Claudia Brendler gequatscht. Handwerk Humor und so – von ihr hat Olga viel über Pointen und komische Situationen gelernt. Dass ich also von einem Fettnäpfchen ins andere schlittere, habe ich Claudias schlechtem Einfluss auf Olga zu verdanken. Sonst würde ich doch nicht im Ernst in einem königlichen Park eine Möglichkeit zum Pinkeln suchen!
(Olga *schmunzelnd* : Laaaaay?)
Okay, okay. *murmelt* Würde ich.
Und wie sieht es mit dem Kleiderschrank aus, ist er ordentlich?
Ordentlich … Ordentlich ist das, was hier definitiv ein Fremdwort ist. Keine Ahnung, was in ihrem Kleiderschrank alles zu finden ist. Ich glaube, wenn man da falsch abbiegt, wäre man heil froh, tatsächlich bloß in Narnia aufzutauchen.

Gibt es Rituale, die Olga beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Zur Einstimmung hört sie immer ein bestimmtes Lied, das sie für das jeweilige Projekt auswählt. Nur dieses eine Lied, die ganze Zeit. Als wir zusammengearbeitet haben, lief Metallicas „Nothing else matters“ in Dauerschleife. Vor Kurzem verausgabte sich Amy McDonalds bis zur Heiserkeit.

Wie hast du sie kennengelernt? Details, wir brauchen Details...
Was soll ich sagen. Es gab diese rosarote Märchenwelt, die ordentlich aufgemischt werden sollte … Und wer kann das besser tun als ein rockiges Metal-Girl? Gegensätze ziehen sich an, heißt es, und in Komödien ganz besonders. Olga hat sich also umgesehen, wer für die Geschichte am wenigsten passen würde, und hat mir den Job angeboten. Ich kam, sah und … zeigte allen, was richtige Prinzessinnen-Träume sind. *lacht*
Naja, womit ich nicht gerechnet habe, war, dass manche Prinzen so schnuckelig sind.

Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Es ist unterschiedlich. Manchmal findet sie den Richtigen/die Richtige für die Story, manchmal finden die Charaktere sie. Eins ist aber fast immer sicher: Wir lernen uns erst bei der Zusammenarbeit kennen, also während sie schreibt. Sie führt keine Interviews mit uns (das übernimmst ja du, ne?) und unserer Lebenslauf ist für den Job auch völlig irrelevant. Es muss halt passen. Funken. Glitzern. Was auch immer.

Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Olga so besonders?
Keine Ahnung, warum du ein Interview mit mir führst und eigentlich nur was über Olga wissen willst :P
Aber gut, ich bin ja nicht so. Hm. Eigenlob stinkt, aber ich bin der einzige Chara, mit dem Olga voll und uneingeschränkt nur noch Spaß hatte. Ich bin keine von denen, die sich querstellen, die nicht verraten wollen, wie sie ticken, oder in eine Sackgasse geraten und dann da stehen wie eine Kuh wenn’s donnert und nach Mammi rufen. Wenn ich loslege, heißt es: Anschnallen und genießen.
Wir sind beste Freundinnen. Echt jetzt.

Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Olga bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Wie du weiß, habe ich mit Kristallkugeln nichts am Hut. Aber ich kann es mit einer Spindel versuchen. Wie war das? Amica Amicum Amici … *lach*
Demnächst kommt noch ein Jugendbuch von ihr – unter einem Pseudonym. Streng geheim und so. Meine Lippen sind versiegelt. Etwas sagt mir auch, dass sie mich nicht so einfach wieder loswerden wird. Wenn du verstehst, was ich meine. Und dann wartet auch noch Liz auf sie, die in den Schatten der Menschen … Oh je, ich glaube fast, ich habe zu viel gesagt, wo ich doch nie, niemals, nicht lästere *lacht*

Ein herzliches Dankeschön an Ly für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Ly gesagt wurde.
Olga: Nun ja. Ly ist eben Ly. Man legt sich nicht mit ihr an ;)
Ly: So schlimm? *hihi*
Olga: Ähm. Schlimmer? Ich meine … wenn man‘s genau nimmt, führe ich gerade ein Selbstgespräch
Ly: :D

Key fotografiert nich viel
Und da dies das Ende des Interviews ist: "Zeigt her eure Schuh! Und sehet den fleißigen Lesekatzen zu ..."






Hint:
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Ewiglich Dornröschen - Kiss my ass!, Olga A. Krouk
U-Line, 2014
176 Seiten
Preis:  9,95€ 
ISBN: 978-3-944154-30-5

Klappentext:
Wann hat dieser bescheuerte Prinz es nur geschafft, aus ‚Was für ein aufgeblasener Vollidiot‘ ein ‚Der hat was …‘ zu machen? Möge der Kelch an mir vorübergehen. Ich bin doch überhaupt kein Typ für diesen ‚Der hat was …‘-Unsinn!

Ly – chaotisch, fast 16 und ungeküsst – ist stolze Gründerin einer Heavy-Metal-Band und so ganz und gar nicht zur Prinzessin geeignet. Bis sie sich im Körper einer Königstochter wiederfindet. Mit den schönsten Mädchen der Märchenwelt soll sie nun um das Herz des hiesigen Prinzen kämpfen. Damit hat Ly allerdings wenig am Hut. Von ihrer rockigen und rosarot-untauglichen Art bekommt nicht nur der Zeremonienmeister einen Blutsturz, damit haut sie auch den glorreichen Prinzen glatt von seinem edlen Gaul weg.
Intrigen, Flüche (uralte und ‚What the fuck’) sowie zerronnene Wimperntusche stehen prompt an der Tagesordnung. Wird Ly den Weg zurück in ihren Körper finden, der allem Anschein nach in einen hundertjährigen Schlaf gefallen ist?

Hier die Rezension zu "Ewiglich Dornröschen" von Key



Donnerstag, 21. Mai 2015

[REZENSION] Klausmüller - Ein Esel sucht ein Pferd von Pebby Art (by Valli)




Klausmüller- Ein Esel sucht ein Pferd, Pebby Art
2014
110 Seiten
Preis e-Book: 2,99 €
Preis Taschenbuch: 7,90 €


Inhalt:
Klara ist entsetzt: Sie soll ihre Ferien zusammen mit ihren Eltern bei Großtante Agnes verbringen. Wie langweilig! Dabei hatten ihre Eltern ihr einen Mallorca-Urlaub versprochen.
Doch dann entwickelt sich alles anders als erwartet:
Klaras Herz macht Hüpfer, als sie entdeckt, dass ihre Großtante Pferde hat und dann ist da auch noch dieser coole Junge namens Joey. Doch was Klaras Ferien völlig durcheinanderbringt, ist ihr Stoffesel Klausmüller, der plötzlich mit ihr redet und auch sonst sehr lebendig ist.
Nun scheinen die Ferien doch noch zu einem amüsanten und schönen Urlaub zu werden, wäre da nicht eines Tages ein Pferd zu wenig auf der Weide: Favorit ist verschwunden und das Abenteuer nimmt seinen Lauf – und dann entdeckt Klausmüller auch noch eine magische Brille …

Ein Buch für alle, die sich gerne von frechen Eseln in ein Abenteuer ziehen lassen und Action, Spannung und Humor lieben - und ein bisschen Fantasy.

Dienstag, 19. Mai 2015

[REZENSION] Sag, dass du mich liebst von Joy Fielding (by Nana)

http://www.randomhouse.de/Buch/Sag-dass-du-mich-liebst-Psychothriller/Joy-Fielding/e376624.rhd
Sag, dass du mich liebst - Joy Fielding
Goldmann, 2014
448 Seiten
Preis: 19,99 €
ISBN: 978-3-442-31271-9

Klappentext:
Bailey Carpenter ist eine erfolgreiche Privatermittlerin in Miami, und sie ist es gewohnt, die Dinge unter Kontrolle zu haben. Das ändert sich schlagartig, als sie eines Nachts von einem Unbekannten brutal überfallen wird und nur knapp dem Tod entkommt. Von da an quälen Bailey Panikattacken und Alpträume, sie ist besessen von dem Gedanken, verfolgt zu werden, und zieht sich völlig in sich zurück. Einzig ihrer Halbschwester Claire, die sich liebevoll um sie kümmert, vertraut sie sich zunehmend an. Und dann entdeckt sie eines Tages, dass ihr Nachbar im Hochhaus gegenüber sie beobachtet. Bailey ist außer sich vor Angst, denn er scheint ein makabres Spiel mit ihr zu treiben. Doch niemand will ihr Glauben schenken – selbst dann nicht, als sie sieht, wie dieser Mann in seiner Wohnung einen kaltblütigen Mord begeht ..

Sonntag, 17. Mai 2015

[INTERVIEW] Mark Gardner über Florian Gerlach



Florian Gerlach
Hallo, mein Name ist Mark Gardner. Ich bin Schriftsteller. Natürlich nur in den einzelnen Bänden der SMOGGER Trilogie SMOGFLASH, SMOGWEB und SMOGDEAD. Keine Ahnung, was danach kommt. Nach den grauenvollen Geschehnissen im JustRock bin ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt noch etwas schreiben sollte. Aber da hat Florian noch ein Wörtchen mitzureden. Kennt den überhaupt jemand, diesen Florian Gerlach?

1. Dann stell uns Florian Gerlach doch erst einmal kurz vor.
Florian ist ziemlich kreativ, auch wenn er mir natürlich nicht das Wasser reichen kann. Wenn er schreibt, zieht er sich ganz in seine eigene Welt zurück. Keine Ahnung, wie er das macht. Mir haben die ganzen SMOGFLASHS gereicht. Wenn er nicht wie ein Wahnsinniger auf die Tastatur seines  Laptops einhackt, ist er ein ganz normaler Typ, mit dem man eine Menge Spaß haben kann.

2. Was denkst du über Florian, wie findest du ihn? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihm findest, wofür du ihn beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Ich bin niemand, der andere Menschen beneidet. Mir persönlich gefällt seine Zielstrebigkeit. Wenn er sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, zieht er sein Ding durch. Das kann für Familie und Freunde allerdings ganz schön anstrengend sein. Ich mag auch seinen Humor. Ihr solltet unbedingt mal sein Buch „Der Loser“ lesen. Seine größte Schwäche ist seine Ungeduld. Aber die haben ihm die SMOGER inzwischen gehörig ausgetrieben.
3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihm, was tut er, wenn er nicht schreibt?
Von welcher Zeit redest Du? Florian atmet Literatur. Im Ernst. Die schreibfreie Zeit gehört in erster Linie seiner Familie. Gelegentlich zieht er auch mit seinen Freunden um die Häuser und besucht Heavy-Metal Konzerte. Manchmal entspannt er auch mit einem Glas Rotwein und einem guten Buch.

4. Hat er ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Nicht dass ich wüsste. Klar gibt es bestimmte Autoren, die er gerne liest oder Menschen, die er für besondere Leistungen bewundert. Aber er eifert niemandem nach.

5. Gibt es Rituale, die Florian beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Jein. Meist hört er beim Schreiben Musik von Bands wie AC/DC, Judas Priest oder Mötley Crüe. Auf dem Schreibtisch steht immer eine Flasche Mineralwasser und eine Tasse – meist kalter – Kaffee. Knabbern oder Naschen ist nicht sein Ding. Beim Schreiben gibt es auch keinen Alkohol. Seiner Meinung nach konnten nur Bukowski und Hemingway besoffen besser schreiben als nüchtern. 


6. Wie hast du ihn kennengelernt?
Was soll die Frage? Die SMOGGER haben ihn erwischt. Wir haben uns in einem SMOGFLASH getroffen. Wenn ich mich recht erinnere, hat er damals fast fünfzig Stunden durchgeschrieben. Was für ein Loser! Ich habe es in einem anderen SMOGFLASH auf knapp siebzig Stunden geschafft. Auch wenn ich danach einfach vom Stuhl gefallen bin … Aber das ist eine andere Geschichte.

7. Weißt du, ob es bei ihm immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Woher soll ich das denn wissen? Wie ich Florian kenne, wird sich seine Arbeitsweise bei anderen Büchern nicht sonderlich vom Schreiben der SMOGGER unterscheiden. Mit einer Ausnahme natürlich. Ihm fehlen die SMOGFLASHS…

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Florian so besonders?
Also, Du stellst Fragen. Zunächst war Florian für mich nur so etwas wie ein Schreiberling meiner eigenen Geschichte. Inzwischen hat sich aber eine tiefe Freundschaft zwischen uns entwickelt. Wie ich steht er auf harte Rockmusik, besucht Konzerte und zieht gerne um die Häuser.

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Florian Gerlach bereit? Wie sieht der momentane Stand seiner Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Ich habe mir erst gestern seine unveröffentlichten Manuskripte angesehen. Florian ist nicht nur ziemlich produktiv, er schreibt auch verdammt gute Sachen. In der nächsten Zeit wird es bestimmt noch einige Romane von ihm geben. Wenn er so weitermacht, wird er eines Tages noch berühmter als ich. He, das war nur ein Scherz. Niemand ist bekannter als Mark Gardner,

10. Ein herzliches Dankeschön an Mark Gardner für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich dem Autor selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Mark Gardner gesagt wurde.
Schön, dass ich endlich auch mal was sagen darf. Mark ist ein cooler Typ, wir haben eine tolle Zeit miteinander verbracht. Manchmal nimmt er sich nur etwas zu wichtig. Aber, wer weiß, vielleicht schreiben wir eines Tages sogar ein Buch zusammen. Das wäre bestimmt der Hammer! In diesem Sinne – achtet auf Mark Gardner und Florian Gerlach! Wir sind noch lange nicht fertig mit euch! He.He.He. 






Mehr über den Autoren erfährt man auf seiner Homepage oder auf seiner Facebookfanseite. Die "Smogger"-Trilogie erscheint im Oldigor Verlag. Hier könnt ihr noch einen Blick auf die beiden Folgebände werfen:

Erscheint Mai 2015

Erscheint September 2015

Donnerstag, 14. Mai 2015

[REZENSION] Dunkelwelt - Peter Schünemann (by Key)

Dunkelwelt, Peter Schünemann
TextLustVerlag, 2015
60 Seiten
Preis:  4,95 €, ebook: 2,99 €
ISBN: 9783956850066

Klappentext:
Die Schrecken von Sahlburg, Band 5

Die neue Referendarin am Benedict-Thurm-Gymnasium hat es nicht leicht, denn es fehlt ihr an Durchsetzungsvermögen. Einer ihrer Schüler nutzt ihre Unsicherheit bei jeder Gelegenheit aus und treibt die junge Frau bald in tiefe Verzweiflung. Doch eines Tages geht eine merkwürdige Wandlung mit ihr vor. Sarah, Anne und Tom sind alarmiert: Steckt dahinter etwa wieder ein Dämon? Die drei begeben sich auf eine gefährliche Suche in den Gängen unter der Stadt …

Zur Serie:
In Sahlburg tauchen immer wieder alte, dämonische Artefakte auf, die ar­glo­sen Menschen zum Verhängnis werden. Die Schüler Anne, Sarah und Tom sowie Julia, Stefan und Jan versuchen, die Höllenwesen zu bekämpfen, doch für diesen Kampf braucht es mehr als Mathe und Latein.

Dienstag, 12. Mai 2015

[REZENSION] Firelove von Nola Nesbit (by Nana)

http://www.edel.com/at/buch/details/nola-nesbit/firelove/
Firelove - Nola Nesbit
Edel eBooks, 2015
281 Seiten
Preis: 4,99 €
ISBN: 978-3-95530-715-8

Klappentext:
Nia Petit glaubte, sie sei der letzte Mensch auf Erden. Jahrelang tobte der stille Kampf um jeden Körper. Jetzt schlagen die Menschen zurück. Sie befinden sich in der Minderheit, aber nun organisieren sie den Widerstand. Ihr radikaler Anführer ist einer der wenigen, der den Verwandlungskuss schwer verletzt überlebte. Die zunehmende Wasserknappheit führt zu offenen Grabenkämpfen zwischen Menschen und dem Unterwasservolk, das immer noch nach Nias Leben trachtet. Ethan hingegen, der sie einst verfolgte, versucht sie zu beschützen. Gleichzeitig wirbt Levent, Ethans härtester Konkurrent um Nias Aufmerksamkeit. Seine Annäherungsversuche bleiben nicht ungehört. Nia beginnt an Ethans Liebe zu zweifeln, als sie erkennen muss, dass nicht nur ihr Leben, sondern die Zukunft des gesamten Planeten Erde auf dem Spiel steht.

Sonntag, 10. Mai 2015

[INTERVIEW] Mr Keeler über Nola Nesbit

Mr Keeler über seine Autorin Nola Nesbit

https://www.facebook.com/NolaNesbit.Autorin?fref=tsMr Keeler ist Nia Petits Chef. Jedwede Emotion trägt er nicht nur offen in seiner Körpersprache, er gibt diese auch ebenso offen kund. Nia hat einen Stein bei ihm im Brett, wie sie in Firelove unmissverständlich zu verstehen bekommt, zeitgleich ist und bleibt er eben ein Journalist. Ein Spagat, den er vollführt, doch sind seine Handlungen stets nachvollziehbar … und sei es auf den Genuss seiner Getränke zurückzuführen.

1. Wir kennen Nola Nesbit ja schon ein wenig durch unser Gespräch mit Alexandra Styles. Würdest du sie auch so beschreiben? Oder siehst du Nola ganz anders?

Sorry, aber bevor wir anfangen: Ist das Wasser oder Gin? (betrachtet stirnrunzelnd das Glas) Wasser? (klingt enttäuscht) Sauber, hoffe ich. Naja. Bei euch scheint die Welt ja noch in Ordnung zu sein. Welches Jahr haben wir? 2015? Gott, diese Zeitreisen verursachen mir wirklich großen Durst. Zurück zur Frage: Egal, was andere über sie sagen mögen, über Nola Nesbit muss man nur eines wissen: Sie neigt zur Besessenheit. Ihren Kleidungsstil finde ich persönlich viel zu schrill, ihre Brillen viel zu groß. Ansonsten ist die Beschreibung ziemlich akkurat.

2. Verrate uns doch mal, was sich seit unserem Interview mit Alex bei Nola so getan hat. Gab es da etwas Neues, von dem wir unbedingt wissen sollten?

Sharklove und „Firelove“, ein Kurzroman und die Fortsetzung von „Aqualove“. Im Vergleich zu Nia, ihrer Hauptfigur, sitzt Nola ständig an ihrem Arbeitsplatz. Sie war in Sachen Literatur sehr produktiv. Nur alles andere blieb liegen (Wäsche, Garten, Essen, Schlafen).

3. Wir plaudern hier ja so ganz gemütlich im stillen Kämmerlein, aber sag mal, wie verhält sich Nola denn außerhalb so? Ist sie nett zu ihren Lesern? Sucht sie das Scheinwerferlicht und strahlt in jede Kamera? Oder ist sie eher schüchtern und bekommt vor öffentlichen Auftritten Herzrasen und Schweißausbrüche?

http://www.edel.com/de/buch/release/nola-nesbit/aqualove/Nola liebt ihre LeserInnen. Besonders diejenigen, die ihre E Books legal erwerben. Alles andere wäre absurd. (schüttelt den Kopf) E Books. In 2034 werden sie im Museum ausgestellt. Erstaunlich, dass es so etwas Altmodisches noch bei euch gibt. Buchmessen meidet Nola übrigens wie Vampire das Licht. Wenn Facebook und Twitter die Bühnen dieser Welt bedeuteten, macht sie sich eher rar. Mit einer Mischung aus Faszination und Ratlosigkeit beobachtet sie die, die dort zwischen Katzen-, Kind- und Hunde-Content für sich werben. Stellt man Nola vor ein körperlich anwesendes Publikum (Schulaufführung, Geburtstagsrede, Karaokewettbewerb), benimmt sie sich jedoch wie eine Rampensau. Von Lampenfieber keine Spur.

Aha, das klingt ja spannend. Können wir uns davon auch selbst überzeugen? Wo kann man Nola Nesbit denn demnächst mal live erleben?

Zwei Mal wöchentlich beim Großeinkauf im Supermarkt. Die besten Chancen hat man vor dem Schokoladenregal.

4. Wir wissen ja schon, was Nola so neben dem Schreiben treibt und wie sie beim Schreiben vorgeht. Aber wie ist es bei dir? Was tust du so den ganzen Tag, was dazu führte, dass Nola über dich schreiben musste?

Ich bringe eine Online-Zeitschrift raus: In & Out, der letzte Schrei. In meiner Arbeitszeit schlage ich mich hauptsächlich mit Nia Petit herum. Vorausgesetzt, sie erscheint überhaupt am Arbeitsplatz. Sie treibt sich ja lieber in Costa Rica, London oder Paris herum. Nia Petit steht als Journalistin in Lohn und Brot bei mir. Seitdem sie eine Beziehung zu Ethan Waterman unterhält, braucht sie das Geld eigentlich nicht mehr. Warum ich Nia wegen Unzuverlässigkeit noch nicht gefeuert habe? Gute Frage! Da brauche ich direkt wieder einen Schluck. (greift wiederum zum Glas) Weil sie und ihr milliardenschwerer Freund immer für eine Schlagzeile gut sind. Weil ich sowas wie ihr väterlicher Freund bin, der ihr öfter mal den Kopf gerade setzt und weil ich sie in seltenen Momenten sogar gut leiden kann. Harte Schale, weicher Kern.

5. Wenn du Nola mal etwas Gutes tun könntest, was wäre das?
Ihr jemanden vorbeischicken, der entweder ihre Bude oder ihre Fanseite auf Vordermann bringt. Das täte wirklich not!

6. Gibt es etwas, von dem du glaubst, sie sollte das unbedingt noch lernen? Einen Ort, den sie unbedingt einmal sehen sollte?

Geduld könnte sie noch lernen. Aber wer veranstaltet so einen Kurs? Oder ein Yoga-Seminar. Indien oder ein Ashram hier ums Eck. Die Frau müsste mal entspannen. Als Ort denke ich an die Redaktion der Times, quasi als Recherche-Kick. Bevor ich mich noch länger mit ihrer Protagonistin rumschlagen muss, bräuchte ich dringend einen neuen Job.

http://www.edel.com/de/buch/release/nola-nesbit/firelove/
7. Der Film zum Roman! Na komm, lass uns ein wenig träumen (oder auch nicht). Wie sähe deine ideale Verfilmung deiner Geschichte aus? Wer müsste dich spielen? Wer sollte Regie führen? Dürfte Nola das Drehbuch schreiben und einen Cameoauftritt haben oder besser nicht? Wer macht die Filmmusik? Und – natürlich ganz wichtig: Wer begleitet Nola zur Oscarverleihung?

(setzt sich bequemer hin, streicht sich über den Bauch, an dem das Hemd spannt) Robert de Niro müsste mich spielen, das ist klar. Er müsste sich allerdings den Bauch abtrainieren, um mich überzeugend zu verkörpern. Michael Nyman hat schon länger nichts mehr von sich hören lassen. Regie macht David Fincher, denn im Angesicht der Wasserknappheit würde es eine ziemlich düstere Zukunftsvision werden. Das Drehbuch übernehme ich. Da wären wir auch gleich wieder bei meinem neuen Job. Ein Cameo-Auftritt: nein. Es würde voraussetzen, dass man Nola sofort erkennt. Soweit ich weiß, kursiert von ihr ein undeutliches Bild, auf dem nur ein Ohr zu sehen ist. Zur Oscarverleihung käme Ryan Gosling mit. Ein bisschen Glamour täte Nola sicher gut.

8. Lass uns mal einen Blick in Nola Nesbits Schlafzimmer werfen ... Was liegt auf dem Nachttisch? Welche Kollegen liest sie selbst gern?

Auf dem Nachttisch? Nichts. Außer Staub. Aber in dem Nachttisch wird es interessant. In der Schublade Bibel, Bleistift und Traumtagebuch, Skizzen, Kondome mit Verfallsdatum aus einem anderen Jahrzehnt. Irgendeine Lutschtablette, immerhin noch verpackt. Im Schrank ein E Reader. Muss ein Relikt aus grauer Vorzeit sein. Letzter Kauf: „Das blanke Chaos“ von Marc Duvenkamp. Gedichte von Majakowski, sehr zerlesen und wahrscheinlich unverstanden, Murakami, Stephenie Meyer, Bret Easton Ellis, „American Psycho", was sonst?, „Ashtanga Yoga“ von Pattabhi Jois, Entwürfe, Literaturzeitschrift, Nr. 78 „Rauch“, Wolfgang Herrndorfs Blog, Handke, Lessing, Dario Foo, „Wandern in Neuseeland - die schönsten Treks“, ein Lucky Luke, schon ziemlich abgegriffen, Krachts „Faserland“, Kurzgeschichten von Alice Munro, Karen Köhler, ein Banksy Bildband, der passt kaum noch rein. „Killing Floor“ von Lee Child, Emmanuel Levinas, „Stoner“ von Williams, was von Camus im Original, dazwischen ein Revolverblatt. Die Vogue im Miniformat, Stephen Hawking über die Zeit und — fast symbolisch — eine stehengebliebene Herren-Armbanduhr.

9. Bevor du uns wieder verlässt, kannst du uns noch schnell ein paar anstehende Neuigkeiten verraten? Wann können wir mehr von Nola lesen?

Das wüsste ich selbst ganz gern. „Firelove“ ist ja noch ofenwarm und ein dritter und letzter Teil der „Aqualove-Reihe“ bereits geplant. (lacht) Wer weiß, vielleicht schreibt sie demnächst einen historischen Roman mit mir als Henry V. Oder ein Pixi-Buch. Oder — Gott bewahre!, aber möglich wär’s — einen Spannungsroman. (sieht auf seine Uhr) Tut mir leid, Leute, aber ich habe noch ein Magazin zu machen!

10. Ein herzliches Dankeschön an Keeler für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchten wir auch dieses Mal dem Autor selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Keeler gesagt wurde.

Ich wundere mich nur, woher Keeler so genau weiß, was ich in meinem Nachttisch aufbewahre. Den Handke habe ich übrigens getauscht gegen Telefongespräche mit Glen Gouldvon Cott. Die Armbanduhr funktioniert ganz hervorragend. Mensch, Keeler! Mal was von Aufziehen gehört? Wenn der Film kommt, führen Almodovar, Tarantino oder Wes Anderson Regie. Darauf bestehe ich. Da gibt es keinen Kompromiss. Ansonsten hat Mr. Keeler sich redlich bemüht. So gebt dem Mann doch endlich einen Drink!


Rezension zu Aqualove
Rezension zu Firelove (12.05.2015)

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