Sonntag, 28. Februar 2016

[BLOGTOUR] Sunford - Verführung eines Gentleman -- Figureninterview mit Florence Knightly über Celia Jansson





Unser heutiges Interview steht im Rahmen der Blogtour zu Celia Janssons historischer Gay Romance "Sunford - Verführung eines Gentleman". Aus diesem Grund gibt es heute auch noch etwas zu gewinnen. Es lohnt sich also gleich doppelt, das Interview zu lesen. :)


Florence Knightly stammt aus Sunford – Verführung eines Gentleman, einem historischen Gay Romance Roman. Der Roman spielt um 1905 in England. Ihr Bruder Leonard ist ein gutsituierter Unternehmer, der auf den jungen Lord Vincent Fanbury trifft, als er ihr kleines Dorf Sunford besucht. Schnell freunden sich die beiden an und verlieben sich ineinander. Doch Vincent hat ein Geheimnis, das nicht nur ihre Beziehung zerstören, sondern auch Leonards Ruf ruinieren könnte.
So gesehen ist Florence eine Nebenfigur in der Geschichte, aber dennoch eine wichtige Figur. Sie hat immer ihre eigene Meinung, mischt sich überall ein und passt sich nicht gerne an. Sie will nicht heiraten und liest lieber oder setzt sich für das Frauenwahlrecht ein. Aber sie unterstützt ihren Bruder Leonard immer und erträgt seine oft schlechte Laune. Mit ihren feuerroten Haaren und den schicken Kleidern ist sie eine imposante Erscheinung. Was sie davon hält einmal über ihre Erfinderin zu erzählen? Darauf hat sie nur gewartet!


1. Stell uns Celia Jansson doch erst einmal kurz vor.
Celia stammt aus Hamburg, sie hat in Bremen Soziologie studiert und ist dann wieder in die Hansestadt zurückgezogen. Schon in der Grundschule hat sie sich Geschichten ausgedacht, und wollte Schriftstellerin werden. Sie schreibt Gay Romance aber auch mal Fantasy oder SF. Sunford – Verführung eines Gentleman ist ihr Debutroman.

2. Was denkst du über Celia, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Ich beneide sie dafür, dass sie studiert hat und in einer so modernen Gesellschaft lebt. Ich hätte auch gerne studiert, aber das war nur meinem Bruder erlaubt. Dabei gibt es jetzt schon immer mehr Frauen, die studieren. Außerdem dürfen Frauen in eurer Gesellschaft alles. Ich darf hier noch nichtmal wählen. Außerdem beneide ich sie dafür, dass sie so leicht an Bücher kommt. Ich lese so gerne und muss mir die Bücher immer in London bestellen. Sie braucht sich auch nicht darum zu kümmern, was die Leute denken und nicht mehr eingeladen zu werden, wenn sie mit Fahrradhosen herumfährt. Und sie kann einfach herumlaufen und sich mit Männern unterhalten, ohne dass sie eine Anstandsdame dabei sein muss. Ich finde aber, sie könnte doch mehr Gesellschaften geben. Ich lade so gerne Freunde zum Tee ein oder veranstalte Bälle.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?
In ihrer Freizeit liest sie natürlich auch gerne. Gay Romance, Fantasy oder Jugendbücher. Und dann unterhält sie sich auch gerne mit anderen Autoren, ich verstehe ja nicht, wie das funktioniert mit diesem leuchtenden Kasten, wo sie vorsitzt. Das sieht irgendwie ungesund aus. Aber immerhin hat sie eine Autorengesellschaft. Die treffen sich sogar zum Tee. Und sie hört sehr viel merkwürdige Musik. Dieser Folk gefällt mir ja noch ganz gut, aber ansonsten bleibe ich lieber beim Walzer. Celia geht auch sehr gerne auf Konzerte, schreibt Musikrezensionen und guckt Filme. Darum beneide ich sie auch ein bisschen. Hier in Sunford ist immer so wenig los. Und die Filmtheater sehe ich nur ganz selten. Aber Celia kann sich stundenlang Filme oder Serien zu Hause angucken. Sie geht aber auch gerne mal spazieren im Park oder an der Elbe.

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben?
Ein Vorbild nicht direkt, aber es gibt Autoren, die sie sehr bewundert. Vor allem Ursula K. LeGuin, Patrick Rothfuss und Astrid Lindgren. Zu Sunford inspiriert haben sie außerdem E. M. Forster, Thomas Hardy, Jane Austen, Sarah Waters und KJ Charles.

5. Gibt es Rituale, die Celia beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Es gibt eigentlich keine bestimmten Rituale. Sie kann überall Schreiben. Meistens zu Hause, manchmal im Café und im Sommer draußen. Dabei hört sie gerne Musik nebenbei und hat immer eine Tasse Tee dabei stehen.

6. Wie hast du sie kennengelernt?
Puh, da muss ich überlegen, das ist so lange her, dass ich mich da so schlecht dran erinnere. Ich denke über meinen Bruder. Zuerst hat sie ja über meinen Bruder und Lord Fanbury geschrieben. Aber ich war ja zwangsläufig dabei und habe das alles mitbekommen. Und das konnte ich mir ja nicht mitansehen, ohne etwas zu sagen und zu tun. Daher habe ich mich dann auch vorgestellt und darauf bestanden, dass ich auch in der Geschichte vorkomme.

7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Das ist immer unterschiedlich. Oft hat sie eine Figur im Kopf und die bringt dann gleich eine Geschichte mit und dann hat sie gleich ganz viele Figuren, die alle vorkommen wollen. Manchmal sind es aber auch nur einzelne Szenen, oder ein Setting, was zuerst da ist. Bei Sunford haben sie das Setting von Downton Abbey und die Bücher von Jane Austen inspiriert, einmal Gay Romance zu schreiben, die in der edwardianischen Zeit spielt.

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Celia so besonders?
Was mich besonders macht? Na hör mal, ich war immerhin immer dabei. Außerdem ist mein Bruder ein ganz schlechter Erzähler und Vincent hätte das alles ganz falsch dargestellt. Ich denke, ich kann da am besten Auskunft geben. Ich weiß immer über alles Bescheid und außerdem interessiere ich mich für alles. Ich bin eine emanzipierte intelligente Frau und versuche das Beste aus den Bedingungen zu machen, die man uns aufzwingt. Ich glaube, Celia  mag mich, weil ich mir nichts sagen lasse und immer zu meiner Meinung stehe.

9. Werfen wir doch einen Blick in die Kristallkugel: Was hält die Zukunft für Celia bereit? Wie sieht der momentane Stand ihrer Arbeit aus? Gibt es bald etwas Neues zu lesen?
Es ist ja gerade erst ihr Debütroman erschienen. Aber sie arbeitet auch immer an anderen Projekten. Im Moment überarbeitet sie gerade zwei ältere Texte, die demnächst auch als ebook erscheinen sollen. Da will sie das alles selbst organisieren. Außerdem schreibt sie an mehreren neuen Texten, einem der heute in Berlin spielt und einem Fantasyroman. Eine kurze SF-Novelle wartet auch noch auf Fertigstellung.

10. Ein herzliches Dankeschön an Florence für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Florence gesagt wurde.
Danke Florence, das meiste stimmt schon. Du redest ja wirklich sehr gerne über andere Leute.



Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, kann sie auf ihrer Facebookfanseite oder ihrer Homepage besuchen. Der Roman "Sunford - Verführung eines Gentleman" erschien im Sieben Verlag

Und nun zum Gewinnspiel:
Auf jedem Blog könnt ihr eine Printausgabe von Sunford gewinnen.
Um zu gewinnen müsst ihr nur bis zum 3.3. die Frage beantworten und eure Emailadresse hinterlassen. (Wer seine Emailadresse hier nicht öffentlich posten möchte, kann sie uns an Lesekatzen@gmail.com schicken, nachdem er hier auf dem Blog kommentiert hat. In der eMail dann bitte auf euren Kommentar verweisen, damit wir euch zuordnen können.)
Der Gewinner wird am Ende der Blogtour bekannt gegeben.

Teilnahmebedingungen:
Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich
Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren oder mit Erlaubnis des Erziehungsberechtigten
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen
Für den Postversand wird keine Haftung übernommen, Versand nur innerhalb Deutschlands, Österreich und Schweiz.


Um am Gewinnspiel teilzunehmen, müsst ihr dieses Mal in die Rolle des Interviewers schlüpfen:

Welche Fragen würdet ihr denn einer Figur aus dem Roman "Sunford - Verführung eines Gentleman" stellen?



Hier könnt ihr übrigens noch einmal die übrigen Blogtourteilnehmer besuchen und dort ebenfalls am Gewinnspiel teilnehmen:

21.2. lesenliebentraeumen.blogspot.de Buchvorstellung
22.2. juliassammelsurium.blogspot.de Figuren
23.2. beatelovelybooks.blogspot.de Setting
24.2. bambinis-buecherzauber.blogspot.de Interview
25.2. ulla-liebt-buecher.blogspot.de Edwardianische Zeit
26.2. likeagaydream.wordpress.com Homosexualität um 1900
27.2. sanarkai-weltderbuecher.blogspot.de Historische Gay Romance
28.2. lesekatzen.blogspot.de Protagonisteninterview



Donnerstag, 25. Februar 2016

[REZENSION] Tom, Eine Knastgeschichte - von Dorothea Müller (by Valli)

Tom - Eine Knastgeschichte, Dorothea Müller
Verlag 3.0 , 2015
160 Seiten
Preis:
Broschiert: 9,50 €
Ebook: 4,99 €
ISBN:978-3956672033


Inhalt: Tom sitzt im Knast, ohne Schulabschluss, ohne Außenkontakt und ohne Hoffnung auf eine Zukunftsperspektive.
In der Isolation und Einsamkeit seiner Zelle beginnt er, über sein Leben nachzudenken.
Die Akzeptanz zweier ausländischer Knastkumpel und die Zuwendung eines älteren Vollzugsbeamten lassen sein verkümmertes Selbstbewusstsein, das er zeitlebens hinter einer großen Klappe und Macho-Verhalten verborgen hat, langsam erwachen.
Die Hilfe eines ehrenamtlichen Betreuers von "draußen", gegen den er sich zunächst mit aller Macht sträubt, gibt ihm das Selbstvertrauen, einen Schulabschluss zu versuchen. Die Begegnung mit dem Ehrenamtlichen gestaltet sich nicht konfliktfrei. Doch Schulte, lebenserfahren und beharrlich, lässt sich von Tom nicht provozieren und gewinnt nach und nach sein Vertrauen. Hierbei ist nicht zuletzt Schultes Hund Falco in Mittler, durch den Tom mehr versteht, als im Worte hätten begreiflich machen können.



Freitag, 19. Februar 2016

[REZENSION] Yaron - von Elisabeth Wintermantel (by Valli)


Yaron, Elisabeth Wintermantel
2014, Verlag 3.0
248 Seiten
Preis:
Broschiert: 16,90 €
E-Book: 4,99 €
ISBN: 978-3956670695

Inhalt:
Ein deutscher Junge kommt durch sonderbare Umstände in Kontakt mit einem fast gleichaltrigen Jungen, der aus Russland nach Deutschland kam, um sich um seine jüngere Schwester zu kümmern, während die Mutter als Saisonarbeiterin in der Schweiz das Geld für den Unterhalt der Familie verdient. Recht schnell entwickelt sich eine Freundschaft zwischen diesen so verschiedenen Jungen.
Das Schicksal des russischen Jungen weckt vor allem beim Großvater des deutschen Jungen Erinnerungen an seine eigene Kindheit und seinen älteren Bruder, der sich 1945 auf der Flucht von Ostpreußen in den Westen um den jüngeren Bruder kümmerte und unter der Bürde der Verantwortung litt. Das Interesse, das der russische Junge und seine deutsche Schwester wecken, führt zu Nachforschungen und letztlich zu einer Hilfsaktion, die mangels Informationen in die falsche Richtung läuft.
Eine schnelle Lösung ist gefragt ... und sie kommt ... doch anders, als erwartet.

Sonntag, 14. Februar 2016

[INTERVIEW] Becky über Tanya Carpenter



Becky ist die beste Freundin der beiden Zwillingsschwestern Celia und Theresa Briddle aus dem Roman „Alle Tage unseres Lebens“, der im books2read-Lable des Cora-Verlages erschienen ist. Die lebenslustige Irin ist dabei eher eine Randfigur, da sich die Geschichte um Celias Tumorerkrankung dreht und um ihre große Liebe Brandon, den sie auf ihrer Reise durch Irland kennenlernt. Becky ist die Stütze in der Geschichte; sie gibt Halt und guten Rat und manchmal auch den Schubs in die richtige Richtung.

Willkommen, nimm Platz *Küsschen, Küsschen* bitte bedien dich doch an den Keksen und der Milch. Und wenn wir fertig sind, zeige ich dir meine Schuhsammlung – wenn das kein Anreiz ist?

1. Stell uns Tanya Carpenter doch erst einmal kurz vor.
Ich habe Tanya als einen gewissenhaften und äußerst nachdenklichen Menschen kennengelernt. Sie verfügt über ein hohes Maß an Empathie, was zwar einerseits für einen Autor sehr hilfreich sein kann, andererseits das Leben nicht immer leicht macht.

Und Schuhe? Liebt sie Schuhe?
Sie leugnet hartnäckig und ehrlich gesagt, ist ihre Sammlung auch recht überschaubar. Aber in der letzten Zeit kommen doch öfter als gewöhnlich welche dazu und sie wagt sich auch wieder an Farben heran. Taubenblau, Rostbraun und Tannengrün sind gerade sehr angesagt bei ihr. Aber sie ist da nicht die typische Lady, die sich in schmale High Heels quetscht. Bequem und praktisch müssen sie sein. Und (man glaubt es ja kaum) momentan ist sie auf der Suche nach Gummistiefeln!!??!! Kann man sowas verstehen? Dass eine Frau nach Gummistiefeln sucht? Ich fürchte ja, da hat ihre geistige Exkursion nach Irland ein klein wenig abgefärbt. Oder die Aussicht auf den kommenden Winter. Oder beides. Denn es sollen Thermogummistiefel sein. Keine typischen Regen- oder Gartenstiefel, sondern schon was womit man wandern kann. Ich würde das ja nicht Gummistiefel nennen, sondern robuste Treckingstiefel. Tja, sie sollte eben doch mal wirklich nach Irland reisen und nicht nur im Geiste. Denn dort gibt es viele Geschäfte, die gutes Schuhwerk verkaufen, mit dem man unbeschwert und zu jeder Jahreszeit dieses wunderschöne Land durchwandern kann.

2. Was denkst du über Tanya Carpenter, wie findest du sie? Gibt es etwas, was du besonders toll an ihr findest, wofür du sie beneidest? Oder etwas, was du so gar nicht leiden kannst?
Ich beneide sie nicht dafür, aber ich fühle ich mir sehr verbunden, weil sie sich soviele Gedanken um andere macht und das Wohl ihrer Lieben immer über alle anderen Dinge stellt. Auch über sich selbst. Darin sind wir uns ähnlich. Ich glaube, das hat mich auch in die Geschichte gebracht. Vielleicht hat es die Geschichte von Celia, Theresa, Brandon und Carl auch überhaupt erst ins Leben gerufen, dass Tanya und ich über unseren Charakter dieses enge Band haben. Ich war sozusagen die Brücke für sie zu dieser Story.

3. Du verbringst doch viel Zeit mit ihr, was tut sie, wenn sie nicht schreibt?
Träumen, grübeln, suchen. Das trifft es wohl. Ihre Gedanken kommen nie zur Ruhe. Wenn sie könnte, würde sie wohl häufig für ein paar Stunden in die Weiten der irischen oder schottischen Landschaft flüchten und einfach alles mal hinter sich lassen. Aber dazu ist die Entfernung etwas zu weit und Teleportation gibt es nunmal leider noch nicht.
Darum flüchtet sie regelmäßig mit ihren Vierbeinern hinaus in die Natur, um dort wieder durchatmen und auftanken zu können. Das braucht sie einfach. Wenn es ganz schlimm wird, schottet sie sich mit getragener Instrumentalmusik von allem ab und geht mit ihren Gedanken auf Reisen in ferne Welten. Wenn sie dabei nicht ständig neue Geschichten mitbringen würde, könnte ich mich sogar mit ihr über diese „Ersatz-Reisen“ freuen.

4. Hat sie ein Vorbild? Schriftstellerisch oder auch im »normalen« Leben? Und wie sieht es mit dem Kleiderschrank aus, ist er ordentlich?
Tanya ist ein Chaot. Auch darin ähneln wir uns. *lach* Sie ist ein Bauchmensch und folgt einem inneren Kompass. Der findet sich in den willkürlichen Strukturen ihres Lebens perfekt zurecht. Akkurate Dinge sind daher nicht ihr Ding. Wohl mit ein Grund, warum sie keine starren Vorbilder hat. Sie bewundert manches an dem ein oder anderen, aber ein Idol im klassischen Sinn hat sie nicht. Vorbildfunktion haben da eher Kulturen, Mythologien oder auch Familienverbände aus der Tierwelt. Sie hat ein Faible für Wölfe und in Kombination mit dessen Status in der indianischen Mythologie ergibt sich wohl eine Art Vorbild, dem sie zustrebt. Das ist aber dennoch alles sehr vage. Wenn es ein Vorbild gäbe, wären das wohl edle, irische Elfenwesen, die mit sich und der Natur in völligem Einklang leben.

5. Gibt es Rituale, die Tanya Carpenter beim Schreiben anwendet? Das Hören bestimmter Musik oder vollkommene Stille, etwas Bestimmtes zu Essen, das in Reichweite stehen muss?
Nun, Musik hat sie ja immer schon gebraucht beim Schreiben. In letzter Zeit nimmt ihre Sammlung aber ungewohnte Ausmaße und vor allem Richtungen an. Ich werde das Gefühl nicht los, das sie da eine neue Quelle aufgetan hat, die sie regelmäßig mit entsprechenden Vorschlägen versorgt. Jedenfalls finden sich eine Menge youtube-links in ihrem Postfach und immer vom selben Absender.

6. Wie hast du sie kennengelernt? Details, wir brauchen Details...
Als sie auf Celias Geschichte gestoßen ist, suchte sie in ihrem und Theresas Umfeld nach jemandem, der als ruhiger Pol dem ganzen eine Basis geben konnte. Auf den sie zurückgreifen konnte, wenn es allzu emotional wurde. Mich hat das zwar auch enorm mitgenommen und bewegt, schließlich sind die beiden Zwillinge meine allerbesten Freundinnen und wie eine zweite Familie für mich. Aber ich konnte dennoch auch stets einen klaren Kopf bei allem behalten. Tanya und ich haben lange Gespräche geführt, vor allem über die Vergangenheit der beiden Mädchen, die im Roman zwar nicht weiter hervortritt, aber wichtig war, um sie und die Entwicklung ihrer Geschichte zu verstehen.

7. Weißt du, ob es bei ihr immer so ist, oder ist es bei anderen Geschichten und deren Charakteren anders abgelaufen ist?
Das ist, soweit ich bisher mitbekommen habe, ganz unterschiedlich. Es gibt einfach zuviele Auslöser für die Geschichten, die in ihr reifen. Und genauso verhält es sich auch mit den Charakteren und deren ersten Begegnung mit Tanya. Manche sucht sie gezielt, andere kommen unverhofft auf sie zu. Einige sind von vornherein sehr mitteilsam, die muss man eher zwischendurch bremsen, damit es nicht ausartet. Andere sind eher verschwiegen und man kann ihnen die Geschichte nur sehr behutsam entlocken. Bei wieder anderen ist es so wie bei uns, und Tanya muss sich jemanden aus dem Umfeld suchen, um die Geschichte in einen Rahmen zu geben.  

8. Einmal ganz frech gefragt: Wieso führe ich das Interview mit dir? Was macht dich für Tanya Carpenter so besonders?
Wie ich schon sagte, ich denke, dass ich das Bindeglied in „Alle Tage unseres Lebens“ bin. Ich habe ja nur eine kleine Nebenrolle, aber eben die entscheidende, weil ich für Celia und Theresa der Halt bin, den sie brauchen und auch diejenige, die im richtigen Moment einen Schubs in die richtige Richtung gibt. Dass ich keine Hauptrolle habe, ist völlig okay, ich muss nicht im Vordergrund stehen. Meine Stärke ist es, im Hintergrund zu bleiben und die ruhige Basis zu sein. Derjenige, der alles besonnen und mit Bedacht gegeneinander aufwiegt und Entscheidungen fällt, die nicht allein von Emotionen getragen sind. Das heißt nicht, dass ich alles nüchtern und kalt von außen betrachte und mich das selbst nicht berührt. Ich liebe die beiden Mädchen ja sehr und habe natürlich auch mit ihnen gelitten, in jeder Hinsicht. Aber genau darum geht es. Sich davon nicht mitreißen zu lassen, denn das hätte ihnen ja nicht geholfen, sondern ihnen Stütze und Ratgeber zu sein. Das Wohl der anderen steht für mich im Vordergrund. Genau darin sind Tanya und ich uns sehr ähnlich, denn auch sie neigt dazu, die eigenen Bedürfnisse zum Wohle ihrer Liebe oder auch zugunsten ihrer Pflichten zurückzustellen. Ja, ich fürchte, da ist sie noch extremer als ich, weil sie dabei oft völlig vergisst, auf sich selbst zu achten und sich auch mal eine Pause zu gönnen. Im Gegenteil, sie versucht sogar noch die Sorgen und Probleme der Leute zu lösen, mit denen sie eigentlich gar nicht viel zu tun hat. Aber ich merke, ich verliere gerade den Faden. Also zurück zum Punkt: Ich bin in der Geschichte das Zünglein an der Waage sozusagen und gleichzeitig der Fels in der Brandung.

9. Werfen wir doch mal einen Blick ins Lifestyle Magazine: Welche neuen Trends wird sie hervorbringen? An welchen Designerstücken wird aktuell gearbeitet? Wann dürfen wir sie wieder auf dem roten Teppich bewundern? Und ganz wichtig: WER wird sie auf dem roten Teppich begleiten?
Zumindest wird es in Kürze etwas modisch bei ihr. *lach* In einer modernen Version des Gestiefelten Katers geht es ab in die Modewelt und auch in ihrem Erotik-Thriller haben wir es mit Kunst, Fotografen und Models zu tun. Das alles wird aber erst 2016 das Licht der Welt erblicken, was ja zum Glück nicht mehr so lange hin ist.
Auf dem „roten Teppich“ tritt sie ja nach wie vor eher alleine auf, aber immerhin inzwischen zunehmend häufiger im Kreise ihrer literarischen Familie. Der Ashera-Familie eben. Wer weiß, wer sich aus diesen Reihen 2016 alles mit ihr zusammen einfinden wird. Viele kennen sich ja bereits recht gut, andere sind erst frisch dazugekommen. Das ist in jedem Fall immer spannend.

10. Ein herzliches Dankeschön an Becky für die Beantwortung der Fragen. Für die letzte Frage möchte ich der Autorin selbst eine Gelegenheit geben, noch etwas loszuwerden, bzw. vielleicht auch etwas richtigzustellen, was von Becky gesagt wurde.
Es gibt auch schicke Gummistiefel! Und immerhin halten sie zuverlässig Schnee und Regen ab. Nur gefüttert sind sie echt schwer zu finden.



Mehr zur Autorin erfährt man auf ihrer Homepage oder auf ihrer Facebookseite. Der Roman "Alle Tage unseres Lebens" ist bei books2read erschienen.
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